Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869978
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Kunst 
und 
Japan. 
Handwerk 
ungeheuerliche Vierfüfser, 
senem Rückenschilde. 
endlich 
eine 
Schildkröte 
mit 
felsbewach- 
Der Titel des dritten Bandes ist auf einer von zwei hockenden 
Bübchen gestützten Tafel in grofsen, verwitterten Buchstaben zu lesen. 
Ihm folgen Bishamon mit der Lanze und der kleinen Pagode und 
ähnliche, den Kriegern hilfbereite Götter. Zwei andere Gottheiten, 
Ukenzoclzz" 120 Kamz, der Reisgott, Reisgarben auf der Schulter und 
von seinem Fuchse begleitet, und die schöne T akzäzzlezz, an Gestalt der 
ebenfalls oft einen Schlüssel haltenden und von einem Fuchs begleiteten 
Glücksgöttin Benten ähnlich, welche den Shinto-Bekennern nur als eine 
andere Erscheinungsform des Reisgottes gilt, leiten zum Reisbau, dem 
fünf Seiten gewidmet sind. Ein Vergleich dieser lebensvoll bewegten 
Pflüger, Säer, Schnitter, Drescher und Sackträger mit den gleicher 
Arbeit obliegenden Menschen in dem ein Jahrhundert älteren Ehon 
sha ho fukuro des Tachibana Morikuni zeigt recht deutlich die 
befreiende Bedeutung H 0k.usai's, läfst aber zugleich erkennen, 
warum des älteren Meisters Vorbilder von den japanischen Kunst- 
handwerkern bis auf unsere Tage weit häufiger nachgebildet wurden, 
als diejenigen des künstlerisch weit bedeutenderen Hokusai. Zu 
ihrer frischen, die Bewegung des Lebens im Fluge erhaschenden 
Zeichnung fordern die Gestalten Hokusai's eine ganz andere künst- 
lerische Kraft und Anspannung auch von ihren Nachahmern, als 
jene mehr schematischen Darstellungen aus den Kinderjahren der 
neuen Ukio-ye-riu. Da Reissäcke dienen, den Kampfplatz der berufs- 
rnäfsigen Ringer zu umgrenzen, ist es vom Reisbau zu den Ringern 
nicht weit, und nicht minder nah liegt jener bäuerische Erndtetanz, in 
welchem die Tänzer das Hüpfen und Flattern der die reifen Reisfelder 
umschwirrenden Sperlinge darstellen. Dank diesen Ideenverbindungen 
zeigt uns der Meister gleich noch achtzehn Paare schulgerechter Ringer 
und dreiunddreifsig Suzuane-odorz-Tänzer, die in den drolligsten Sprün- 
gen es den lustigsten Sperlingen gleich zu thun suchen. Noch einige 
Seiten mit Eingängen zu Bergwerks-Stollen, mit Erz pickenden Bergleuten 
und Goldwäschern, einige Zweig- und Blattstudien, ein Versuch, den 
urehrwürdigen Gestalten zweier mythischen Chinesenkaiser  Fuhi's, des 
Entdeckers der Metalle, des Erfinders der Baukunst, des ersten und wie ein 
Moses mit hörnerartigen Schädelauswüchsen abgebildeten Gesetzgebers 
des Reiches der Mitte, und Shinnds, des Erfinders der Arzneikunde,  
in gröfseren Darstellungen gerecht zu werden  dann ist's genug des 
trockenen Tones, nun ziehen sie wieder alle heran, jene wunderlichen 
Heiligen der Tao-Lehre, wie sie als Herren der Elemente über Fluthen 
wandeln und durch Flammen schreiten, auf Gänsen und Kranichen 
durch die Lüfte fliegen, auf Hirschen und Schildkröten reiten, jene be-
        

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