Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869834
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Kunst und 
Handwerk 
Japan. 
europäischen Renaissance; ferner die beliebtesten der sagenumwobenen 
Helden des eigenen Volkes, wie sie auszogen, Ungeheuer zu vertilgen, 
in den Waldgebirgen hausende Räuberbanden auszurotten, oder in 
blutigen Geschlechterfehden einander aufrieben; Bilderfolgen mit den 
Feldarbeiten der Jahreszeiten; wilde und fabelhafte T hiere; landschaft- 
liche Ansichten in volksthümlichen Reihen; Studien alter Hoftrachten 
und ritterlicher Bewaffnung und hunderterlei andere Dinge  alles 
das in einer lehrhaften, aber der künstlerischen Beseelung nicht ent- 
behrenden Weise. 
Wer sich der Mühe unterzieht, dem künstlerischen Ursprunge 
der von den Kunsthandwerkern, insbesondere den Ciseleuren der Stich- 
blätter, benutzten Vorlagen nachzugehen, wird nirgend reichere Aus- 
beute finden, als in den von Tachibana Morikuni illustrirten Büchern, 
wobei freilich die Entscheidung über den ersten Gestalter des Motivs 
vorbehalten bleiben mufs, da manche der Bilder älteren Meistern ent- 
lehnt sind und Morikuni dieselben nur für seine Zeitgenossen hand- 
gerecht gemacht hat. 
M  X Schon in dem der Zeit nach 
   X 1 ersten seiner. grofseren Werke, 
   X dem achtband1gen Elzon Küjldü?! 
   R ä v.  1714, entrollt er uns ein 
x äilllll K reiches und wechselvolles Bild 
y     des historischen Motivenschatzes 
I, ( i, f,  33;! der Kunst Japans, Welcher damals 
V ] xläx  schon als ein in sich abgeschlos- 
 M g Qb sener erscheint, dem die Folge- 
674  f? H zeit nichts hinzuzufügen hatte, es 
 wäre denn eine kleine Reihe von 
 Motiven, welche erst später ihren 
Tadamori, Stammvater des Taira-Geschlechtes, ergreift Weg von der Schaubühne in  
gen vom lüziser Sirakava. für ein Gespenst gehaltenen bildende Kunst gefunden zu haben 
ampenwarter des Guxon -Tempels. Nach einem Holz-     
schnitt im Ehon Kojidan des Tachibana Morikuni. SChßlnell- Die Chlneslschen L9 
genden herrschen vor, aber auch 
die Vaterländischen Helden fehlen nicht. Yamatodake mit dem gras- 
mähenden Schwert, Hidesato, der den drachenartigen "Tausendfufs 
erschlägt, Yoshitsune's Annahme der Herausforderung Benkes, Kosi- 
manorfs, dem gefangenen Kaiser Go-Daigo Rettung verkündende Inschrift 
auf dem entrindeten Kirschbaum, Scenen des volksthümlichen Dramas 
von der Rache Sogafs, Nitta Tadatsunds Ritt auf dem wilden Riesen- 
Eber, der Tomoye Gosen, Yoshinaka's schöner Geliebten, und des 
Wada Yoshimori Ringen um einen Kiefernstamm, den das gewaltige 
Weib in den Händen des starken Gegners aufdreht wie ein Tau, Itchi-
        

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