Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869775
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Kunst 
und 
Handwerk 
Japan. 
Die Linien und Buchstaben 
 erscheinen nun auf der Rück- 
l,  seite des Papieres mit völ- 
 liger Deutlichkeit im Spie- 
 1h. gelbilde; der Holzschneider 
 r schneidet das überflüssige 
X795 ä g  ß w:     
{f  f, J Holz mittelst kleiner Meiisel 
Q5 (i weg, Zeichnung und Schrift 
   n"! bleiben erhaben stehen, das 
ä   '14 an ihnen noch haftende Pa- 
{K   pler wird entfernt, und die 
"K  8'! Druckplatte ist fertig. Da 
ä  i? von mehreren H0lzschnei- 
ß   l dern glCIClIZCIUg mehrere 
ä  (WM-M f)  Holzstöcke in Arbeit genom- 
8  lßa  men werden können und der 
  i" Ivilß," nbtä-    
  i: (U, Druck statt mit der Presse, 
iißfiirill" '   de 1  i d" r" 
4Min;  w? rei sici .16 Japaner ur 
a,  Ji" j   den Abdruck. ihrer Holztafeln 
w) z"  ipx {Q  nie bedient haben, einfach 
f.  i' Axt;  
ä  iifßVi h,"  mit der Hand oder dem 
x-fQ     x "g  4',   
g, Q3 Ä;- "jlrjk xQi   Reiber vollzogen wird, lassen 
ilt-ß4rblxri  mxisxx       
f   einerseits die Schnelligkeit 
 x-   
  der Herstellung, andererseits 
die Gröfse der Auflage und 
     bei der Niedrigkeit der Ar- 
Fuku-roku-giii, einer der sieben Glücksgbtter, nach einem      
Holzschnitt des XVerkes "ltuku-shiiria ye-ma kagairii", welches beltslQhne auch der blnlge 
die im Tempel zu Itukushima. bewahrten alten Gemälde Preis des Erzeugnisses  
beschreibt (1849).   
einen Japaner nichts zu 
wünschen übrig. 
Vergleichen wir die japanischen Holzschnitte mit den Meister- 
werken deutscher Holzschneidekunst der Renaissance, so fällt uns 
die völlig abweichende Behandlung auf. Wohl stimmen sie darin 
überein, dafs bei beiden die Künstler nicht jene malerisch glänzende 
Wirkung beabsichtigen, welche den modernen Holzstich der Europäer 
beherrscht. In den Darstellungsmitteln gehen sie aber weit auseinander. 
Während der deutsche Holzschneider des 16, Jahrhunderts die körper- 
liche Wirkung des von ihm auf der Fläche Dargestellten durch 
parallele oder gekreuzte Strichlagen in mannichfacher Schwingung und 
Schwellung hervorbringt, ist dem japanischen Künstler dieses conventio- 
nelle Ausdrucksmittel völlig fremd geblieben. Der Japaner kennt wohl 
'ene Strichla en doch benutzt er sie nur wo sie aus der Natur des 
J g ) i
        

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