Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869745
Buchdruck 
Der 
und 
vervielfältigenden 
die 
Künste. 
Buch. 
Das 
223 
des europäischen Mittelalters zu vergleichen wäre, keine Einbände 
aus gepunztem oder mit Goldpressungen verziertem Leder. 
In der Regel bleibt das Buch für den Gebrauch in derselben 
Heftung, in welcher es aus der Werkstatt des Druckers hervor- 
gegangen ist. Diese Heftung weicht von der in Europa üblichen Bro- 
schirung wesentlich ab. Die Druckbogen werden nicht erst nach dem 
Druck durch mehrfaches Falzen in das Format des Buches gebrochen, 
sondern sind schon vorher so zurecht geschnitten, dafs das gewünschte 
Format sich durch einmaliges Zusammenlegen des nur einseitig bedruckten 
Bogens ergibt. Der Falz bleibt unaufgeschnitten und bildet, nachdem die 
Bogen in der Reihenfolge der Seiten geschichtet und an derßückseite 
des Buches, wo die freien Ränder übereinanderliegen, mit einem Seiden- 
faden geheftet sind, den äufseren Schnitt des Buches. Dieselbe Hef- 
tung verbindet zugleich die aus biegsamem, dickem Papier zugeschnit- 
tenen Deckblätter mit dem Block des Buches, auf dessen Rücken die 
weifsen, durch das Heften zusammengeprefsten Ränder der Druckbogen 
unbedeckt, nur an den Ecken durch Vorstöfse aus farbiger Seide ge- 
schützt, sichtbar bleiben. 
Auf dem vorderen Schnitt bemerkt man schwarze Streifen und 
Strichelungen in regelmäßigen Abständen, welche daher rühren, dafs 
auf den schmalen Raum zwischen der linken Einfassungslinie der ersten 
und der rechten der zweiten Druckseite auf die Mitte jedes Bogens 
oben der Titel, unten die Bogenzahl und bisweilen der Druckort ge- 
setzt werden. Beim Zusammenlegen des Bogens wird der Titel durch 
den Falz getheilt, die Bogenzahl aber bleibt meistens, da sie etwas aus 
der Mitte nach rechts gerückt ist, ungetheilt, so dafs sie beim Auf- 
blättern des Buches leicht überblickt werden kann. 
Die in der rechten, oberen Ecke jedes Blattes beginnende, in 
senkrechten Zeilen von rechts nach links laufende Schrift hat zur Folge, 
dafs bei aufgeschlagenem Titel, umgekehrt wie bei unseren Büchern, 
der Rücken des Buches rechts vom Titel liegt. 
Der einzige Schmuck, welcher dem so hergestellten, leichten 
und handlichen Buche von Aufsen hinzugefügt Wird, besteht in einem 
Ueberzug der Deckel mit Buntpapier, Welches meist nur einfarbig, mit 
Flachmustern beprefst oder bedruckt, auch wohl mit Goldwolken be- 
pudert oder mit Goldblättchen gespickt ist. Nicht selten deuten die 
Muster schon auf den Inhalt: ausgestreute Kirschblüthen lassen uns 
lyrische Dichtungen, Wappen alter Heldengeschlechter Erzählungen 
ruhmreicher Thaten vermuthen. Der Umschlag der im Jahre 1856 unter 
dem Titel "Ansei kenbttn roku" ausgegebenen illustrirten Beschreibung 
der schrecklichen Erdbeben, welche zu Anfang der Periode Ansei, 
im Herbste 18 5 5, einige Gegenden Japans verwüsteten, zeigt in Schwarz-
        

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