Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869731
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Kunst 
Handwerk 
Japan. 
Schneidern geschnitten waren, datirt der Aufschwung des Holzschnittes, 
welchem sich von da an zahlreiche ausgezeichnete Künstler aller Maler- 
schulen widmen. 
Die Anfänge des Farbendruckes setzt der Japaner Sakakiwara 
nicht weiter zurück als in das Jahr I695, WO mit Holztafeln farbig 
gedruckte Bildnifse des Schauspielers Ichikaha Daü-zhifu-rau in den 
Strafsen Yeddos Verkauft wurden. Bis dahin hatte man sich begnügt, 
die Holzschnitte in den Büchern mit der Hand zu coloriren, so z. B. 
für eine sechsbändige Ausgabe der Hezji-Manogaiarz" v. J. 1626. 
Vielleicht reichen jedoch die Versuche, die Handmalerei durch den 
Druck zuyersetzen, noch weiter zurück als in das letzte Jahrzehnt des 
17. Jahrhunderts. Gonse erwähnt ein zum alten Bestande der Pariser 
Nationalbibliothek gehöriges kleines Heft mit Erzählungen unter dem 
Titel Ouraslzzma, dessen roher Druck und kindliches, an unsere 
alten Spielkarten-Drucke erinnerndes Colorit ein hohes Alter verrathen 
und das, obwohl undatirt, älter sein mufs als das Jahr 1653, mit wel- 
chem ein früherer Besitzer seinen Namen eingeschrieben hat. 
Bald Vervollkommnet sich auch diese Erfindung, und während 
in Europa der Holzschnitt der Vergessenheit anheimfällt, und die hier 
glänzend entwickelten Techniken des Kupferstiches und der Radirung 
den Bedarf der inneren Buchausstattung allein bestreiten, beginnt um 
die Mitte des 18. Jahrhunderts für Japan die Blüthezeit der Holz- 
schneidekunst und des Holzfarbendruckes. Ein Jahrhundert hindurch 
sehen wir dort unter der Mitarbeiterschaft der ersten Maler Reihen 
illustrirter Bücher entstehen, welche sich, was die künstlerische Hand- 
habung der Technik betrifft, neben den alten Meisterwerken der 
europäischen Holzschneidekunst behaupten und auf dem Gebiete des 
Farbenholzschnittes das Höchste leisten, was jemals mit diesem Ver- 
fahren erreicht worden ist. Merkwürdiger Weise fallen die schönsten 
Leistungen vielfarbigen Holztafeldruckes der Japaner in dieselben 
Jahre, wo man sich in England und Frankreich bemüht, die Verfahren 
der Aquatinta- und punktirten Manier des Kupferstiches für die 
farbige Wiedergabe von Gemälden auszunutzen. 
Bevor wir uns mit der Geschichte des japanischen Holzschnittes 
und seinen besten Leistungen während der zwei Jahrhunderte seit 
seinem durch Moronobu angeregten Aufschwung beschäftigen, müssen 
Wir einen Blick auf das japanische Buch im Allgemeinen und auf das 
seit jener Zeit sich ziemlich gleich gebliebene Verfahren bei seiner 
Herstellung werfen. 
Mit der äufseren Ausstattung ihrer Bücher treiben die Japaner 
keinen Aufwand; wir finden bei ihnen Nichts, was den mit metallenen 
Beschlägen, Ernail- und Elfenbein-Platten geschmückten Buchdeckeln
        

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