Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869713
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Kunst 
Handwerk 
Japan. 
Sezlyeu i.  1600, das Buch der Veränderungen, lüh-lüäeg, 
Confucius i.  1605, letzteres auf besonderen Befehl des Jyeyasu; 
erste vollständige Ausgabe des M'-lz01z-gz' i.  1610. 
des 
die 
Im Jahre 1615 kommt jyeyasu mit der Anordnung des Guises 
kupferner Typen für eine Ausgabe des DÄi-zau Iclzi-zcm, einer 
Sammlung buddhistischer Geschichten, dem Mikado noch zuvor. Da 
es ihm aber in seiner damaligen Residenz Sunpu an geschickten Ar- 
beitern hierfür fehlte, liefs er solche von Kioto kommen. 
Nach seinem Tode setzten religiöse Körperschaften und private 
Unternehmer den Druck mit beweglichen Typen, vorzugsweise für die 
Herausgabe chinesischer Klassiker und Wörterbücher, noch eine Weile 
fort. Aus nicht ganz klarliegenden Gründen, vielleicht Weil der Typen- 
druck weit Wehr als der Holztafeldruck die Druckfehler begünstigte, 
vielleicht Weil jener eine zu grofse Kapitalanlage erforderte, kommt 
der erstere schon vor der Mitte des 17. Jahrhunderts wieder aus der 
Mode. Satow hat kein nach dem Jahre 1629 mit beweglichen Typen 
gedrucktes Buch auffinden können  obwohl die hölzernen, von San- 
yeu benutzten Typen sich erhielten und noch bis vor wenigen Jahren 
in Kioto, wohin die von jenem geleitete Bildungsanstalt später verlegt 
wurde, bewahrt worden sind. 
Erst in unserem Jahrhundert wurde der Typendruck wieder 
belebt und vorzugsweise für die Herstellung bändereicher Werke, u. 
A. des öobändigen Kataloges der kaiserlichen Bibliothek angewandt. 
Auch politische Tagesschriften wurden mit beweglichen Typen gedruckt, 
weil letztere sich in den Zeiten der Gährung vor dem Durchbruch der 
neuen Aera leichter als Haufen hölzerner Drucktafeln den Nach- 
spiirungen der Polizei entziehen liefsen. Vom fachmännischen Stand- 
punkte aus beurtheilt, stehen aber diese neueren Drucke weit zurück 
hinter den Incunabeln des japanischen Typendruckes. Erst in jüngster 
Zeit hat mit dem Aufschwung der Tagespresse und den wachsenden 
wissenschaftlichen Bedürfnissen des japanischen Volkes auch die Her- 
stellung und Anwendung der Drucktypen wieder eine solche Voll- 
kommenheit erreicht, dafs der zweieinhalb Jahrhunderte allein herr- 
schend gewesene Holztafeldruck verdrängt zu werden droht. 
Mit der Geschichte des Buchdruckes in _Japan ist diejenige des 
Holzschnittes eng verknüpft. Da es bei dem Holztafelverfahren kaum 
schwieriger und kostspieliger ist, auf einer Heizplatte die Vorzeich- 
nung einer malerischen Darstellung, als die verschlungenen Züge einer 
Handschrift nachzuschneiden, erfreut sich Japan einer überaus umfang- 
reichen illustrirten Literatur, deren Anfänge in das Jahr 1610, wo das 
erste illustrirte Buch erschien, zu setzen sind, und welche, nach einigen
        

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