Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869569
Die 
Japans 
Malerei 
Jahrhundert, 
Hokusai. 
205 
übt habe. Die vorwaltende Plattheit der Zeichnungen des Meisters 
habe vielmehr auch den in der Zierkunst herrschenden Ton ernie- 
drigt. Dafs Hokusai ein urwüchsiger und kraftvoller Zeichner, dafs seine 
gedruckten Bücher Wunder technischer Geschicklichkeit seien, dafs sein 
Motivenvorrath umfassender als derjenige irgend eines anderen japa- 
nischen Künstlers und sogar, dafs seine Kunst, wie Gonse sagt, 
menschlicher sei als die der Anderen  alles dies zuzugestehen 
ist Fenollosa bereit. Aber mehr auch nicht. Hokusai bleibt für ihn 
im Gegentheil ein Künstler von grobem Schrot, besten Falles ein 
Karrikaturenzeichner. Nicht die Menge des Stoffes mache den 
Künstler; nicht wie viel wir machen, sondern wie viel Wir gut machen, 
gebe den Ausschlag. Als Zeichner von komischen Drucken und Karri- 
katuren möge Hokusai keinen Nebenbuhler haben; seine Zeichnungen 
könnten aber doch nicht für einen Augenblick mit den grofsen ernsthaften 
Schöpfungen der Meister des Morgen- oder des Abendlandes verglichen 
werden. In seinen Malereien sinke er sehr tief. "Seine Götterbilder 
schauen uns an wie verkleidete Koulis und bramarbasirende Schau- 
spieler. Diese thierischen Gesichter, diese schwapperigen ungestalteten 
Pinselstriche ohne jede kalligraphische Schönheit, diese schmutzigen 
Farbenflecken, die aussehen, als rührten sie von Apothekertränkchen 
 das sind wohlbekannte Eigenschaften, welche wir weder um der 
Originalität, noch um der Kraft Willen vergessen können. Ueberall in 
den Figuren schlägt das Ideal der Schaubühne durch; wenn seine 
Männer nicht Schauspielern gleichen, sehen sie doch nie wirklichen 
Japanern von anderer als der 
brutalsten Sorte gleich, und 
seine Weiber ähneln Courti- 
sanen. Sogar seine Vögel sind , . 
gewöhnlich und tragen ihre  
Köpfe wie Courtisanen und  
Schauspieler, denn er sah das    
Leben nur mit gemeinen Au-   Ä t 
gen anß    s. l 
Zum Schlusse dieser Reis-s    f  , 
wegwerfenden Beurtheilung v,  I   f 
bestreitet Fenollosa, und hierin  _ _.f '   ' 
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mag er Recht haben, dafs  
Hokusai in seinem Vaterlande   
in Ansehen stehe. Kein ge 4 
bildeter Japaner habe sich der 
von Europa auSg-egangenen Sperling, Körner aus den Furchen eines Mühlsteins pickend, 
   aus dem "Banshoku-dzuko" des Hükllsal- 
ubertnebenen Werthschatzun g
        

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