Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869554
204 
Kunst 
und 
Handwerk 
Japan 
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Junge Fische und Wasserpflanzen, Entwurt für 
Lackmaler, aus dem "Banshoku-dzuko" des 
Hokusai. 
als er sein Lebensende nahen fühlte, 
an seinen Freund Takaghi richtete. 
Er lautet: 
"Der König Ema" (Herscher 
der Unterwelt) "ist recht alt geworden 
und bereitet sich vor zum Rücktritt 
von den Geschäften. Zu diesem Zwecke 
hat er sich ein hübsches kleines Land- 
haus bauen lassen und ersucht mich 
hinzukommen, ihm ein Kakemono zu 
malen. Ich werde also in einigen 
Tagen abreisen müssen und alsdann 
meine Zeichnungen mit mir nehmen. 
An der Ecke der Strafse der Unter- 
WO ich mich glücklich 
Gelegenheit findest, dort 
Welt werde ich mir eine Wohnung miethen, 
schätzen werde, Dich zu empfangen, wenn Du 
vorüberzukommen. Hokusai." 
Bald nachdem er diesen Brief geschrieben, starb der Künstler, 
in seinem neunzigsten Jahre. Gonse giebt als den Todestag Hokusafs 
den 13. April 1849 an, wie er auf seinem im buddhistischen Tempel 
von Saikodji zu Yeddo befindlichen Grabsteine neben der Inschrift: 
"Nanslzzbyen glzezzyo H0kusaz' skzäzji", d. h. HNanshiöyen, der ruhm- 
würdige und brave Ritter Hokusai" zu lesen ist. 
Ueber die äufseren Umstände von Hokusafs Leben ist ebenso 
wenig überliefert worden, wie über seine persönlichen Eigenschaften. 
Für die Bekanntschaft mit ihm sind wir ganz auf seine Werke ange- 
wiesen. Als Maler war er wohl nur in seiner Jugend und nicht mit 
durchschlagendem Erfolg thätig  die That seines Lebens sind nicht 
Gemälde, sondern eine unübersehbare Reihe illustrirter Bücher, ein 
"Werk", reicher als dasjenige irgend eines seiner Landsleute. 
Auf einige der bedeutendsten seiner Leistungen auf letzterem 
Gebiete werden wir in dem Abschnitt über die Bücher und den Holz- 
schnitt der Japaner zurückkommen. Hier aber ist es unvermeidlich, 
noch der widerstreitenden Beurtheilungen zu gedenken, Welche in 
jüngster Zeit über Hokusafs Stellung in der Kunst überhaupt und 
seines Vaterlandes insbesondere verlautbart worden sind. 
Wie Fenollosa von Japan aus sein Verdamrnungsurtheil über 
die ganze neue Ukiyo-ye-Kunst in die Welt gesandt hat, so spricht er 
Hokusai, dem begabtesten Meister dieser Schule, jeglichen Anspruch 
darauf ab, als ein Künstler ersten Ranges, ja auch nur als von einiger 
Bedeutung zu gelten. Er bestreitet die bisherige Ansicht, dass Ho- 
kusai heilsamen Einflufs auf das gesammte Gebiet der Zierkünste ge-
        

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