Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869537
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Kunst 
Handwerk 
Japan. 
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Holzbildhauer, eine grofse Maske 
meifselnd, nach Hokusai. 
das Weltall erfüllen, den kommenden 
Geschlechtern überliefern und zur Kennt- 
nifs unserer, tausende von Meilen ent- 
fernten Zeitgenossen bringen? Die Kunst 
allein kann die lebendige Wirklichkeit 
der Dinge dieser Welt verewigen, und 
nur die wahre Kunst, Welche im Reiche 
des Genius heimisch ist, vermag dies zu 
erreichen." 
„Die seltene Begabung des Meisters 
Hokusai ist im ganzen Lande bekannt. 
Diesen Herbst besuchte der Meister zum 
Glücke auf seiner Reise gen Westen unsere Stadt und machte dort zu 
beiderseitiger grofser Freude die Bekanntschaft des Malers Bo kus en von 
der Mondscheinhalle, unter dessen Dach an dreihundert Entwürfe ersonnen 
und ausgeführt wurden. Himmlische Dinge und Buddha's, das Leben der 
Männer und Frauen, ja sogar Vögel und andere Thiere, Kräuter und 
Bäume wurden vorgenommen, und des Meisters Pinsel schilderte alle 
Phasen und Formen des Daseins. Zuvor ist eine Zeit lang die Be- 
gabung unserer Künstler im Schwinden gewesen; ihren Schöpfungen 
fehlte Leben und Bewegung, und die Ausführung ihrer Ideen war unzu- 
länglich. Was das hier Dargebotene betrifft, so wird, möge es auch 
nur in groben Skizzen bestehen, Niemand die bewundernswerthe Wahr- 
heit und Kraft verkennen. Der Meister hat versucht, Allem, was er 
zeichnete, Leben zu verleihen, und wie es ihm gelungen, beweisen 
die Lebensfreude und das Glück, die er so getreulich ausgedrückt hat. 
Wer kann diesem Werke noch hinzufügen? Dem strebsamen Kunst- 
schüler wird diese Sammlung ein unschätzbarer Führer und Lehrer 
sein. Den Titel, Man-gwa, grobe oder flüchtige Skizzen, hat der 
Meister selbst gewählt." 
Diese Veröffentlichung wurde zum Wendepunkt in Hokusai's 
Leben. Der Verfasser wurde in seinen Kreisen zu einer Berühmtheit, 
auf die freilich die hohe, hoffähige Kunst hochmüthig herabsah. Neue 
Folgen wurden verlangt und geschaffen, und der Künstler erntete 
endlich die Früchte eines halbhundertjährigen Lebens geduldiger Arbeit. 
Seine literarischen Freunde waren stolz darauf, für seine Bände be- 
wundernde Vorreden zu schreiben. Zeitgemäfse Künstler ahmten seine 
Skizzenbücher nach, und eine Schaar von Schülern wurde zu Verkün- 
digern seines Stiles, indem sie nach japanischer Sitte eines der beiden 
Schriftzeichen seines Pinselnamens unter Hinzufügung eines vor- oder 
nachgesetzten unterscheidenden Schriftzeichens annahmen. So kamen 
Künstler wie Shin-sai, Issai, Hoku-ba, Hokkei, Hoku-mei,
        

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