Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869491
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Kunst 
Handwerk 
und 
Japan, 
sondern in einer Reihe namhafter Meister 
der frühen, um das Jahr 1200 blühenden 
Tosa-Schule sehen will, Männer, welche 
das Gebiet der volksthümlichen Genre- 
 malerei schon so erfolgreich angebaut 
  H hätten, dafs die späteren Meister von 
 X  Moronobu bis Hokusai darin weit hinter 
ß X I"   ihnen zurückbleiben mufsten. SelbstMeister 
 i  der Kano-Schule, Motonobu einbegrif- 
 fen, hätten sich nicht durchaus von der 
 chinesischen Richtung beherrschen lassen, 
 sondern oft Scenen des japanischen All- 
711 tagslebens geist- und glanzvoll wieder- 
sie gegeben. Die Gäste im Empfangszimmer, 
  9 die Köchinnen am Heerd, die schwatzenden 
f", Ewig; Mägde, die tollenden Pferdeknechte, der 
  i Fürst auf seinem reichgeschirrten Hengst 
    und der mit Geschwüren behaftete Bettler 
DW an der Landstrafse, der freche Soldat und 
der knechtische Bauer -Ä alle fanden ihren 
Platz in dem kaleidoskopischen Panorama, 
welches jene alten Meister vom Leben 
ihrer Landsleute entrollten. 
Die Volksthümlichen Vorwürfe, meint 
Fenollosa, könnten daher den Anhängern 
 der neuzeitigen Ukio-y e nicht jene gründ- 
Strumpfmacher, Zeug klopfend. Oben ein     
hölzerner Strumpfals Aushängeschild mit hche Verachtung elntragen! deren Sle bel- 
dt-Y Aufschrift ßaluraiüfi-h- "Nach 3c" japanischen Kunstkennern genössen. Der 
Stellung". Entwurf für eine Tabakspfetfe     
aus dem Pfeifenbuch des Hokusat Schlussel zu ihrer Verurthellung hege 
vielmehr in ihrer Auffassung der Dinge. 
Alltägliche und gemeine Vorgänge brauchten nicht nothwendiger 
Weise auf gewöhnliche Weise aufgefafst und wiedergegeben zu 
werden. Selbst Matahefs Auffassung des Ukio-ye verfalle nicht 
in Plattheiten. S0 seien Auffassung und Ausführung Kano Moto- 
nobu's, Mitsunaga's und Nobuzane's, auch wenn sie nur Bettler, 
Diener und Bauern malten, immer wahrhaft künstlerisch und nicht 
diejenigen eines Strafsengauklers. Im Gegensatz hierzu verachte der 
Japaner die Werke der neueren Ukio-ye-Meister, wie des Utagawa, 
des Shunshö, des Hokusai, des Hiroshige und aller Uebrigen 
ihres Gleichen," nicht wegen der gemeinen Motive, sondern wegen der 
gemeinen Behandlung derselben, welche vor Allem in ihren eigent- 
liehen Gemälden, in deren Auffassung und oberflächlicher Mache zu
        

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