Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869481
Die 
Malerei 
Japans. 
Sosen. 
Ganku. 
Ukio-ye. 
197 
vorzugsweise der Vögel, gefüllte Skizzenbücher im Kunstgewerbe- 
Museum zu Berlin bewahrt werden. 
Ein Zeitgenosse Oki0's, Kishi Doko zu Kioto, gründete 
gleichzeitig eine nach seinem nPinselnarnen" Ganku benannte Akademie 
von nicht grundsätzlich verschiedener Richtung. Auch in ihren Leistun- 
gen ist chinesische Ueberlieferung wirksam, welche sich aber in der 
Folge der Einwirkung der mehr naturalistischen Auffassung der Shijo- 
Meister nicht entziehen kann. Ganku selbst wird von Fenollosa für 
den einzigen Künstler neuerer Zeit erklärt, der sich zu gleicher Höhe 
aufgeschwungen habe, wie die grofsen Meister des I5. und 16. jahr- 
hunderts. 
Die Bewegung, welche man  
als „Kunsthandwerker-Schule"  
oder neue Ukio-ye zusammen-   (X 
fafst, leitet ihren Namen vom ' ' H," 6 F?  
Worte ukiyo ab, welches ur- b,  ' 
sprünglich, im buddhistischen  "e"   7' 
Sinne gedeutet, "diese elende  4 9' ,äi_ 
Welt" bezeichnet, aber seinen K  g i g? 
pessimistischen Beigeschmack 11' J  (im; Lxil"; 
verloren hat und nicht mehr be- R  1-; ÜQ 
sagt als "diese vergängliche    SÜ 
Welt" oder wweltliche" schlecht-     
hin. Sie brachte es zu Weit- 
mgendem Einnuß auf die ge- Eärfifriäistäsitit;ätäetzztiitriiääzi.ist; 
werblichen Künste , und ihre buch für Kinder) des Hokusai (Gwa-kior 
Schöpfungen Wurden die Brücke, 
über welche die meisten Europäer sich dem Heiligthum japanischer Kunst 
näherten. Ueber den ästhetischen Werth der Ukio-ye gehen die 
Meinungen sehr auseinander. Auf der einen Seitesteht Gonse wie ein Pro- 
phet dieser letzten Incarnatiomdes japanischen Genius lobpreisend da, auf 
der andern Fenollosa, welcher den Ukio-ye-Künstlern, mit der einzigen 
Ausnahme des ersten Miyagawa, nicht einmal die Ehre zugestehen will, 
unter den Meistern japanischer Malerkunst einen Platz zu finden. Nur 
als geschickte Zeichner von Drucken, die gut genug seien, dafs man 
mit ihnen auf der Strafse hausiren gehe, will er sie gelten lassen. 
Gonse mache sich in den Augen eines japaners ebenso lächerlich, wie 
ein Japaner in Herrn Gonse's Augen erscheinen würde, wenn er einen 
Zeichner des New-Yorker „Puck" als berechtigten Nachfolger eines 
Apelles, Velasquez oder Reynolds hinstellen wollte. Um sein weg- 
werfendes Urtheil zu begründen, greift F enollosa zurück auf die Vor- 
läufer der Schule, welche er nicht in Matahei und seiner Gefolgschaft,
        

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