Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869423
Japans 
Malerei 
Die 
Jahrhundert. 
Ukio-yä. 
19x 
reicht sein Einflufs. Selbst Fenollosa gesteht dem Tanyu das Lob 
eines ausgezeichneten Künstlers zu, will aber seine Verdienste darauf 
beschränken, dafs er die nur noch glimmenden Kohlen einer grofsen 
klassischen Zeit zu einer letzten Flamme angetacht habe, welcher nahezu 
völlige Dunkelheit folgte. Gerade sein grofser äufserer Erfolg, der 
ganze Schwarm seiner Schmeichler, Schüler und Nachtreter, welche 
seine Aeufserlichkeiten handwerksmäfsig nachahmten, bedeutete den 
Ruin der Kano-Kunst. Er wird zum Vorhang, welcher dem jüngeren 
Geschlecht den Ausblick auf eine ruhmwürdigere Vergangenheit 
versperrt. 
Neben Tanyu wirkten im 17. Jahrhundert noch zwei jüngere 
Söhne des Kano Takanobu, Naonobu und Yasunobu genannt 
Yeishin, dessen bester Schüler Sötatsu, einer der Lehrer des nach- 
mals so berühmten Körin, war. 
Auch die nationale Tosa-Schule erhebt sich wieder in der 
Werkstatt des Mitsuoki (1616-1691), eines der zartesten Blumen- 
maler, anerkannt auch als Landschafter und ganz besonders als Maler 
von Wachteln. Gonse Endet in seinen Werken etwas von praeraphae- 
lesker Süfsigkeit und hebt seine Bedeutung als Erfinder jener aus- 
gesucht vollendeten Zeichnungen hervor, die von den Lackmalern des 
18. Jahrhunderts zu Kioto mit unvergleichlicher Kunst nachgebildet 
wurden. Reinheit der Linien, eleganter Umrifs, geistvolle Anmuth des 
Motivs, wiedergegeben vom Pinsel des Miniaturisten in lebhaften, mit 
leichten Goldtupfen gehöhten Farben von harmonischer Wärme, werden 
von Gonse als Vorzüge Mitsuoki's gepriesen, während Fenollosa 
nur zugeben will, er zeichne sich durch jene verweichlichte und mehr 
im Technischen glänzende Weise aus, für welche Fremde im Allgemeinen 
das leichteste Verständnifs entgegenbringen; er sei schwächlich im Ver- 
gleich zu den grofsen Meistern der alten Tosa-Schule. 
Jwasa Matahei, gleichfalls aus der Schule eines Tosa-Meisters 
hervorgegangen, stand zu Anfang des 17. Jahrhunderts während der 
Regierung des dritten der TokugaWa-Shogune, Iyemitsu, in der Fülle 
seines Schaffens. Er gilt gemeiniglich als ein bahnbrechender Künstler, 
welcher zuerst Scenen des Alltagsdaseins, das gemeine Volk vom Felde 
und von der Strafse, Tänzerinnen und Dirnen zu Vorwürfen von 
Gemälden erhob und damit als Erster das ganze Gebiet des japanischen 
Lebens für die Kunst erschlofs. Seit ihm wird die ganze Richtung 
der Sittenmaler, welche aus den unteren Schichten des Volkes schöpft, 
als Ukzb-yä bezeichnet. Fenollosa bestreitet dem Matahei diesen 
Ruhm und behauptet, dafs schon zur Zeit der zweiten grofsen Blüthe 
japanischer Kunst um das Jahr 1200 viele Meister der Tosa-Schule 
in einer von den Epigonen des 17. und 18. Jahrhunderts nicht mehr
        

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