Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869358
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und 
Kunst 
Handwerk 
Japan. 
fortgelebt; mehrfach haben grofse Künstler sich in ihr versucht; u. A. 
auch Cho-Densu, einer der gröfsten Meister zur Zeit der Wieder- 
geburt der Künste unter den Ashikaga-Shogunen. Auch heute noch 
ist die buddhistische Malweise nicht erloschen, wenngleich sie lange 
schon ihre hervorragende Stellung unter den Künstenpeingebüfst hat. 
Im elften Jahrhundert ragten unter den Malern Japans Yoriyos hi, 
wie viele Künstler jener Zeiten aus vornehmem Geschlecht und ein 
Familiengenosse der Minamoto, und Motomitsu, ein Verwandter der 
Fujiwara, der Gründer einer neuen, als Kasuga-Schule bezeichneten Rich- 
tung, empor, aus Welcher einerseits im zwölften Jahrhundert Toba Söjo, 
ein durch prachtvolle buddhistische Malereien wie durch humoristische 
Thierbilder gleichermafsen berühmter Meister hervorging, andererseits 
sich der national-japanische Stil der Yamato-rzu entwickelte, der zu 
Anfang des 13. Jahrhunderts, ohne dafs seine Wesenheit verändert worden 
wäre, den Namen Tosa-riu angenommen und seitdem bis in unsere 
Tage fortgeführt hat. 
Ohne Schule im japanischen Sinne zu bilden, ist Kaku-yu oder 
Toba Söjo, gleichfalls ein Abkömmling der Minamoto und Abt des 
Miidera-Tempels, einen neuen WVeg gegangen, auf welchem ihm Künstler 
der verschiedensten Stilrichtungen bis in unsere Tage gefolgt sind. 
Zuerst von allen japanischen Malern scheint er die komische Zeichnung 
zur Specialität und zu einem Mittel, ofticielle Unehrlichkeit zu tadeln, 
erhoben zu haben. In seinen Karricaturen tritt zuerst jene dem japa- 
nischen Volke ureigene humoristische Ader zu Tage, so dafs von nun 
an "Toäayä", d. h. die Art des Toba einfach die Bezeichnung für 
Carricatur wurde. Die Mittel, mit denen der Begründer der Richtung 
wirkte, bestanden, so weit es sich um menschliche Figuren handelte, 
vorzugsweise in der Uebertreibung der Gröfse des Hauptes, dem durch 
Erweiterung des Mundes und Beschränkung der Nase auf ein Paar 
Naslöcher ein froschähnlicher Ausdruck gegeben wurde, sowie in der 
beliebigen Verlängerung der Glieder. Die Verzerrung persönlicher 
Bildnisse lag ihm noch fern. Dagegen weifs er der Darstellung von 
Thieren, von Fröschen insbesondere, mit allerlei menschlichem Gebahren 
und bürgerlicher oder adeliger Hantierung die lustigsten Seiten abzu- 
gewinnen, und auf ihn sind die vielen humoristischen Thierbilder, welche 
in der neueren Zierkunst Japans ihr heiter-harmloses Wesen auch zum 
Ergötzen des ernster veranlagten Abendlandes treiben, im Grunde zu- 
rückzuführen. 
Die Yamato-rzü oder Wa-gwa-rzäz genannte Malerschule trieb 
um das Jahr 1200 die glänzendsten Blüthen, welche sie jemals in Japan 
entfaltet hat. Mehr als irgend eine andere Schule kam sie nach Fenol- 
losa's Urtheil, dem Ziele, Japan eine rein nationale Kunst zu geben,
        

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