Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869220
Malerei 
Die 
Japans. 
Farben 
Verfahren. 
und 
171 
knien nach altem Brauch auf dem mattenbedeckten Boden. Inmitten 
des Zimmers ist ein Stück rothen Filzes ausgebreitet, auf welchem 
einige Lagen weichen, etwas schwammigen Papieres mit Beschwerern 
belegt sind. Das Werkzeug jedes Künstlers besteht in einem, in ein 
leichtes Bambusrohr gefafsten schlanken Stücke Holzkohle; in flachen 
Pinseln aus Hirschhaar von 13A bis zu 3 Zoll Breite, bei einer freien 
Haarlänge von V4 bis zu Ylg Zoll; runden etwa 72 Zoll dicken Pinseln 
aus weifsen Pflanzenfasern in Bambushaltern; einer mit Wässer gefüllten 
Schaale; schwarzer Tusche nebst Reibstein und einigen Farben. 
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Ein japanischer Maler der Kano-Schule iTlsFinemEAtelifr. ääus einer i. j. 1862 ausgegebenen illustrirten 
(einen mcyc opä ie. 
 Der Künstler, welcher den Anfang machen soll, ein ältlicher 
Herr, verbeugt sich nach japanischer Sitte und nimmt vor dem Papiere 
Platz. Nachdem er ein oder zwei Minuten gedankenvoll auf das Papier 
geblickt hat, ergreift er den Kohlenhalter und berührt das Papier an 
vier oder fünf Punkten ganz leicht mit der Kohle, so dafs nur ein 
eben bemerkbarer Punkt entsteht. Dann malt er mit den1 (lrei Zoll 
breiten, mit Tusche gefüllten Pinsel in einem beinahe augenblicklichen 
Klatsch eine grofse unregelmäfsige Masse grauschwarzer Farbe auf 
das Papier und deutet dicht neben dieser Masse mit einem kleineren 
Pinsel etwas an, was wie einige Federn aussieht. und nicht weit davon 
etwas wie das Ende eines Zweiges. Dann setzt er den Pinsel am 
oberen Rande des Papiers an und zieht einen Zweig herunter, der sich 
in das zuvor angegebene Ende auslauft. Nun wird ein Auge hinge- 
setzt, dann ein Schnabel, dann ein bischen Farbe  und in weniger 
als einer Viertelstunde ist ein neben einem Baumzweige pickender Hahn 
nebst Henne vollendet. In überraschender Weise ist die weifse Henne 
mehr angedeutet als gezeichnet; sie ist nämlich einfach aus dem Hahn 
 jener zuerst hingeworfenen grau-schwarzen Masse-ausgespart worden.
        

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