Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869184
Malerei Japans. 
Die 
Makimono 
Biyobu. 
und 
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mit Wolken aus Goldpulver, zerstofsenen Perlmutterschalen oder leichten 
Streumustern geziert. An ihrem rechten Ende, wo das Bild anfängt, 
sind sie auf der Innenseite mit einem Stücke Gold- oder Buntpapiers, 
auf der Aufsenseite mit einem Stücke gemusterten Seidenzeuges beklebt, 
welches dem aufgerollten Bilde als Schutz und einer den Inhalt der 
Rolle angehenden Etikette als Unterlage dient. Die Enden des dicken 
Rollstabes, an welchem das linke, gleichfalls mit einem Stücke Gold- 
oder Buntpapiers abschliefsende Ende des Bildes befestigt ist, sind oft 
aus Elfenbein, Koralle, Bergkristall oder anderen edlen Stoffen und 
mit Schnitzereien verziert. An dem dünnen Stabe, welcher am rechten 
Ende als Handhabe beim Abrollen dient, pflegt an beweglichem Ringe eine 
seidene Schnur zum Zusammenbinden der geschlossenen Rolle zu dienen. 
Als dritte Form, in welcher uns die Werke der japanischen 
Maler begegnen, sind die Bzjlö-Öu, bewegliche, oft paarweis zusammen- 
gehörige Faltschirmwände, zu beachten. Sie bestehen aus zwei, drei 
oder sechs sehr leichten, durch Metallbeschlag gefestigten, faltbaren, 
etwa fünf Fufs hohen, zwei Fufs breiten Holzrahmen, welche auf 
beiden Seiten mit starkem Papier überklebt sind. Innerhalb des Holz- 
rahmens zieht sich eine schmale Einfassung von farbigem Seidenstoff 
oder Goldbrocat um die Bildfläche. Bald erhält jede Füllung ein 
Gemälde für sich, bald ziehen sich ausgedehnte Landschaften pano- 
ramenartig über alle Flächen einer Seite der Schirmwand hin. Bald 
ist nur die eine Seite bemalt und die andere mit gemustertem Bunt- 
papier überklebt oder ganz vergoldet, oder die Rückseite wird der 
Vorderseite ähnlich bemalt oder Wenigstens mit einigen flüchtigen 
Tusch-Skizzen von Kiefern, Bambusen oder Mume-Sträuchern bedacht. 
Manche der gröfsten Künstler haben einige ihrer besten Werke in 
solchen Bzyö-bu geschaffen. 
Auch die andere, bei der Wohnungsausstattung ebenfalls schon 
beschriebene Form des Setzschirmes "Tsuzlate", welche einem auf zwei 
feste Füfse gesetzten Gaku verglichen werden kann, dient zur Aufnahme 
von Gemälden auf Papier, Seide oder Holz. Sie sollen zuerst aus 
China eingeführt sein, wo wir sie schon auf altchinesischen Bildern hinter 
den Sitzen der Fürsten und hohen Würdenträger dargestellt finden. 
Die Bemalung der Schiebewände in reicher ausgestatteten WVohn- 
räumen, u. A. im kaiserlichen Palast zu Kioto, hat ebenfalls von jeher 
die Maler beschäftigt. In reicher farbiger Ausstattung mit verschwen- 
derisch angewandtem Gold spielen diese Karakazzzi-Malereien eine 
wichtige Rolle in der Kunst des 16. Jahrhunderts. 
Eine Weitere Form, in welcher wir japanische Malereien finden, 
ist die des bekannten Klappbuches, "Orzbon" genannt, zum Unter- 
schiede von dem gehefteten Bilderbuche "Slzomotsu". 
        

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