Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869146
Malerei Japans. 
Die 
Sammlungen 
und 
Literatur. 
153 
Museum ausgegebenen Katalog bearbeiten können, der neben dem er- 
wähnten gröfseren, reich illustrirten Werke auf lange Zeit für Alle, 
welche sich mit dem Geschichtlichen der japanischen Kunst vertraut 
machen wollen, der sicherste Rathgeber sein wird. 
Das Verdienst aber, den Abendländern die Augen geöffnet zu 
haben über den ästhetischen und nicht nur ethnographischen WVerth 
der japanischen Malereien darf der Franzose Louis Gonse, der 
Herausgeber der "Gazette des beaux arts", voll und ganz für sich in 
Anspruch nehmen. Herr Wakai, der Ordner der japanischen Ab- 
theilung der Weltausstellung d.  1878 und ein gründlicher Kenner 
der Kunstgeschichte seines Vaterlandes hat Herrn Gonse dabei zur Seite 
gestanden und ihm nicht nur geschichtlichen Stoff geliefert, sondern 
sogar durch leihweise Beschaffung seltener Kunstwerke aus seinem 
japanischen Vaterlande Gelegenheit zu eingehenderer Bekanntschaft 
mit den Werken grofser Maler gegeben. Gestützt auf diese Autorität 
glaubte Gonse, wenigstens über die Grundzüge der japanischen Kunst- 
geschichte in's Klare gekommen zu sein und in der Vorrede zu seinem 
prachtvoll ausgestatteten, i.  1883 ausgegebenen Werke "L'art japo- 
nais" aussprechen zu dürfen: wje considere comme acquises les grandes 
lignes de l'histoire de l'art japonais telles que je les ai presentees dans 
cet ouvrage. L'avenir y rectifiera, y ajoutera certes bien des details; 
je ne crois pas qu'il en modifie les conclusions essentielles." 
Die Berechtigung zu dieser Erklärung wird Herrn Gonse nun 
freilich von anderen japanischen Kennern bestritten und in dem als 
einer der ersten Kenner japanischer Malerkunst gerühmten japanisirten 
Amerikaner F. E. Fenollosa ist ihm und Herrn Wakai ein schneidiger 
Gegner erstanden, welcher in einer zu Yokohama veröffentlichten "Re- 
view of the chapter on painting in 1'art japonais by L. Gonse" den 
von Gonse errichteten Bau über den Haufen zu werfen versucht. 
Mufs ein unparteiischer Zuschauer dieses Streites auch einerseits 
zugestehen, dafs Gonse in seiner iibersprudelnden Begeisterung etwas 
zu voreilig den ihm zu Gebote stehenden Anschauungsstoff als einen 
erschöpfenden beurtheilte. und damit denselben Fehler nicht vermied, 
in den ein Amerikaner verfallen würde, welcher die Denkmäler europäi- 
scher Maler in amerikanischen Museen ausreichend hielte, um eine Ge- 
schichte ihrer Kunst zu schreiben; dafs er zu einseitig sich auf Wakafs 
Mittheilungen und dessen Aufschlüsse über ältere japanische Quellen- 
werke stützte, welche durch die neuere Kunstforschung ebenso überholt 
sind, wie Vasarfs Leben italienischer Maler durch die archivalischen 
Entdeckungen unserer Tage, so giebt F enollosa's Kritik doch anderseits 
zu ernsten Bedenken Anlafs. Dafs Fenollosa in allen thatsächlichen 
Mittheilungen seiner glänzend geschriebenen Erwiderung die gröfsere 
n"
        

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