Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869116
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Kunst 
und 
Handwerk 
JaPßn. 
Schneidenden Werkzeug enzurück. Leisteten die Schwertfeger Höchstes 
in den geschweifsten und geschmiedeten Klingen, so fanden Können 
und Geschmack doch nicht den Weg zu geschrniedetem Gitterwerk 
und Thürbeschlag, wie solche der Stolz abendländischer Schmiede- 
meister vom Mittelalter bis sum Ausgang des vorigen Jahrhunderts Waren. 
Wie die Incrustation die vorherrschende Ziertechnik der Metall- 
arbeiter, so beeinflufst sie auch die Arbeiten der Holz- und Elfenbein- 
schnitzer und der Lackarbeiter, ja sie ist, insbesondere in ihrer Abart 
als incrustirtes Relief, eine ebenso charakteristische Erscheinung in der 
ganzen plastischen Kunst Japans, wie es auf dem Gebiete seiner 
Flächendecoration das Princip des Cloisonnirens, d. h. des Abgrenzens 
zellenartiger Farbenflächen, welches in der alten Technik des Färbens 
noch wirkungsvoller auftritt, als in der jüngeren des Emaillirens. 
Im Mittelpunkt des Kunstlebens des japanischen Volkes steht 
von jeher die Malerkunst. jeder japanische Künstler, der Sticker, der 
Lackarbeiter, der Erzgiefser, der Eisen-Ciseleur ist zuerst und vor Allem 
ein Maler. So sehr dies zutrifft, darf es doch nicht zu der Folgerung 
verleiten, die technischen Künstler seien immer oder auch nur in der 
Regel die eigenen Erfinder der von ihnen mit so vollendetem Ver- 
ständnifs ausgeführten Entwürfe gewesen. Im Gegentheil, Regel ist, 
dass sie nach der Vorzeichnung oder der Skizze eines Anderen, des künst- 
lerischen Erfinders arbeiten; sie selbst beanspruchen nur, den Entwurf 
in feinstem Verständnifs seines künstlerischen Inhaltes mit jeglichen 
Mitteln, die ohne Beeinträchtigung des praktischen Zweckes dazu dien- 
lich sein mögen, technisch zu verkörpern. Diese zwiefache Bedeutung 
der iMalerkunst, ihre tonangebende Stellung zu den gesammten Kunst- 
gewerben einerseits, die feinfühlige Gefolgschaft anderseits, welche die 
Handwerker ihr leisten, rechtfertigt es, uns mit ihrem Entwickelungs- 
gange und der Art ihres Schaffens bekannt zu machen, bevor wir in 
den Bannkreis der technischen Künste im engeren Sinne des heutigen 
Sprachgebrauches eintreten. 
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Entwurf des Isai für ein mit Clcmatis- 
Ranken verzierles Stichblatt.
        

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