Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869054
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Kunst 
und 
JaP3n_ 
Handwerk 
Eine diesen archäologischen Neigungen innerlich verwandte idyl- 
lische Stimmung des Iapaners trägt gleichfalls dazu bei, bisweilen 
Gegenständen niederen Zweckes und entsprechend plumperer Arbeit 
eine ihnen im Grunde nicht zukommende Stellung im Hausrathe anzu- 
weisen. So mag der Korbflechter die grobe Arbeit einer Fischreuse 
nachahmen, um einen Korb herzustellen, welcher inmitten eines elegan- 
ten Hausrathes, mit Wasserpflanzen gefüllt, an einem Pfosten hangend 
dem Bewohner einen Ausblick in idyllisches Landleben eröffnet, und dem 
so gewonnenen Vorbilde mag wieder der Erzgiefser oder der Thon- 
bildner nachgehen. 
Noch ein dritter Grund trägt hin und wieder zu der gleichen 
Wirkung bei: die Freude des Japaners an Gegensatzwirkungen. Das 
Stichblatt eines Schwertes mag von Weitem gesehen den Eindruck 
einer roh geschmiedeten, noch die unausgeglichenen Spuren des Ham- 
mers zeigenden Platte machen  wir blicken schärfer hin und werden 
überrascht durch Einlagen farbiger Metallgemische, welche uns auf der 
groben Platte eine Gebirgslandschaft vorzaubern von dem im Thale 
rasch strömenden Flusse aufwärts zu kühn gesprengten Brücken, cy- 
klopischen Schlofsmauern, Glockenstühlen und Tempeldächern in 
Wäldern, Pagoden über alten Fichtenhainen, bis hinauf zu schneebe- 
deckten Bergspitzen. 
Als eine vierte 
Ursache derselben 
Erscheinung wäre 
ß auch anzuführen, dafs 
SEX.  der Japaner den 
, i  künstlerischenVlfet-th 
  der Skizze zu schät- 
  'b;  ' u, zen weifs. Seiner 
     
4m "  " "    Einbildungskraft be- 
 , {div hagt es zu Zeiten, 
 sich von dem glück- 
lichen Einfall eines 
  Künstlers anregen zu 
lassen, auch wenn 
    Einfall  
" gua es 61mm "im J) halbwege deutlich, 
gleichsam symbolisch ihm vor Augen tritt. Es entzückt ihn, dafs des 
Künstlers Geist so unmittelbar zu "seinem Geiste spricht, und in der 
Freude darüber vergifst er gern, dafs die Kunst auch den äufseren Sinn 
selbst befriedigen soll. S0 kommt er nicht nur dazu, die Skizze als
        

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