Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868994
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Kunst 
und 
Japan, 
Handwerk 
 l zwei Hälften getheilt, Welche den Efs- 
Ä-il, stäben, Haslzi, gleichen, mit denen der 
 Japaner seine Speisen anstatt mit der 
  4' Gabel aus dernSchussel nimmt. Mit 
  den schon erwahnten Zierstucken von 
  Griff und Scheide gehören auch Schwert- 
  messer und Schwertnadel zu den lehr- 
   reichsten und bei den abendländischen 
          
    äammlern äCSClEIZtiTIECH lKleinwerken 
 ,   er japanisc en eta ünst er. 
   Nicht das Kurzschwert des Schwerter- 
  paares,sondern ein eigenes kurzes gerades 
 Schwertchen, [fusugabu genannt, diente 
 beim Vollzug des Seppukzz oder Hara- 
 wo-kzzz", der feierlichen Selbstentleibung 
 durch Aufschlitzen des Bauches. Vom 
Aus Eisen ciselirte Lanzenspitze mit der Brauch des Schlachtfeldesl WC? Beäiegte 
gjsgilslggisxgsoikhsvßgslisrd: lvigäf sich das Leben nahmen, um nicht 1l'1 die 
spielen kindlicher Liebe). Gewalt der Feinde zu fallen, wurde das 
Seppuku zu einer', von der Regierung 
anerkannten Einrichtung erhoben, zu welcher ein Mann von Ehre seine 
letzte Zuflucht nahm, wenn er sich eine Handlung hatte zu Schulden 
kommen lassen, die nur der Tod sühnen konnte. Unter den Shogunen 
der TokugaWa-Dynastie (1603-1868), konnte das Seppulazz als eine die 
Ehre des Verurtheilten nicht antastende Todesart durch richterlichen 
Spruch auferlegt werden. Zugleich kam die Sitte auf, dem V erurtheil- 
ten die Qualen dieser Todesart zu ersparen, indem in demselben Augen- 
blicke, wo er sich nach dem von einem Dritten ihm auf einem weifsen 
Tischchen überreichten Kusugoöu vorüberbeugte, oder sich die Klinge in 
den Leib stiefs, ein vertrauter Freund mit dem Langschwert ihm denKopf 
herunterschlug. Die Vorbereitung, wie diesem letzten Freundes- 
dienst kalten Blutes zu genügen oder wie, ohne Furcht zu Verrathen, 
würdevoll die Todeswaffe gegen sich selbst zu Wenden, gehörte zu 
der standesgemäßen Erziehung der Söhne des Schwertadels. Was 
Europäer, Welche in den ersten Jahren nach der Erschliefsung Japans 
bisweilen gezwungene Zeugen solcher Vorgänge waren, davon be- 
richten, liest sich wie eine Kunde aus der antiken Welt. 
Wie ein "Memento mori" lag im Hause des auf seine Familien- 
ehre bedachten adeligen Mannes das Zfusugobzz auf dem Schwerter- 
gestell im Tokonozna. Seine Anwendung eröffnet und schliefst jenen 
volksthümlichsten der japanischen Romane von den getreuen Räzzzzz. 
Takumi-no-Kami, der Lehensherr der Siebenundvierzig, hat sich
        

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