Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868881
Die 
Bewaffnung 
der Japaner. 
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lung dargestellt, in der sein geschichtliches Auftreten bedeutsamen 
Ausdruck findet, fast immer nur als Einzelgestalt, aber durchweg in 
packender dramatischer Belebung. Möge das historische Kostüm  
das für die mythische Zeit jedenfalls ein Spiel der Phantasie  auf 
die Dauer vor den Archäologen nicht ganz bestehen, so verleiht der 
künstlerische Schwung dieser Kostümbilder ihnen doch unvergänglichen 
Werth, den ein Europäer um so mehr schätzen wird, wenn er sich 
erinnert, wie schwach es nach dieser Seite um die Mehrzahl der Kostüm- 
werke des Abendlandes bestellt zu sein pflegt. 
Alte Rüstungen und Helme. 
Aus dem Kwa-chö-san-sui dzu-shiki des Isai 
Schon zu Yoritom0's kriegerfüllter Zeit  im 12. Jahrhundert 
unserer Zeitrechnung  war die japanische Ritterrüstung in ihren wesent- 
lichen Theilen so ausgebildet, wie sie in den letzten Jahrhunderten unter 
den Tokugawa-Shogunen uns so häufig begegnet. Ein Kürafs aus gehäm- 
mertem Eisen zum Schutze der Brust, dazu bewegliche Schulterbergen 
und ein gegliederter Schurz, feste Arm- und Beinschienen, ein Helm 
mit beweglicher Nackenberge, einer Halbmaske zum Schutze der 
unteren Gesichtshälfte und beweglichem Visier für die obere. 
Diese klassische Form der alt-japanischen Rüstung begegnet 
uns auch in den beiden Rüstungen, welche bis zu dem unlängst statt- 
gehabten Brande zu den Zierden der königlichen Armeria zu Madrid 
gehörten und der Ueberlieferung nach von jener Gesandschaft christ- 
licher Daimios, die im Jahre 1584 Madrid und Rom besuchte, dem 
König Philipp II. überreicht sein sollen. Im Gegensatz zu den Rüstungen 
des europäischen Mittelalters geben sich diese japanischen auch durch 
ihren ausgesprochenen Naturalismus als echte Kinder japanischen Kunst- 
sinnes zu erkennen. Die Riefelung der aus Eisen getriebenen Brust- 
platte des Kürafs folgt den Linien der Rippen; das untere Ende des 
Brustbeines, die Brustwarzen mit ihrem Hof und der Nabel sind deut- 
lich angegeben. Ebenso erscheinen die eisernen Beinschienen mit der 
Kniescheibe und dem Grat des Schienbeins wie über dem nackten Bein
        

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