Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868849
Die 
Tracht 
der Japaner. 
133 
Leibes durch mehrfarbige Tätowirung. Der Ursprung derselben ist 
schwer festzustellen  wahrscheinlich reicht er in graue Vorzeit zurück, 
vielleicht ist er nach China zu Weisen. Wenigstens finden wir mythische 
Helden China's in den japanischen Bilderbüchern nicht selten durch 
blaue Tätowirungen ausgezeichnet, deren Stil dem ornamentalen Ge- 
schmack Alt-Chinafs freilich sehr wenig entspricht und in Allem den 
in Japan vorherrschenden Naturalismus verräth. Ganz abweichend von 
der Tätowirung der Südsee-Insulaner, welche die menschliche Haut mit 
symmetrischen. regelmäfsigen, im Allgemeinen den Körperformen an- 
gepafsten Ornamenten bekleideten, wird dem Japaner die Haut des 
menschlichen Körpers zur Bildfläche, auf der er ganz nach Laune selbst 
iigurenreiche Darstellungen hervorrufen und ebenso rücksichtslos um die 
Rundungen der Glieder herumführen darf, wie um die Kanten seiner 
Lackdosen und Thongefafse. So konnten die Europäer noch vor wenigen 
Jahrzehnten ganze Gebüsche roth, weifs und blaublühender Chrysan- 
themumstauden auf den Leibern nackter japanischer Bettds und Sänften- 
träger anstaunen; und mancher von diesen, nur mit einem Schamgürtel 
bekleidet seinem Tagewerk herzensfroh obliegenden armen Bursche trug 
auf der Brust oder auf dem Rücken, den eigenen Augen kaum oder 
garnicht erreichbar, ein Bild des jugendlichen Yos hitsun e, oder eines 
anderen volksthümlichen Helden, oder allerlei lustige und selbst an- 
stöfsige Figuren durch's Leben. Nachdem in unseren Tagen die 
Regierung das nackte Einherlaufen der Beitds verboten hat, sind diese 
wandelnden Gemälde im Aussterben. 
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KQ ä. f  
Iris. 
Entwurf für eine Haarnadelverzierung aus Schildpatt. 
Nach Keisai Yeisen.
        

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