Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868827
der Japaner. 
Tracht 
Die 
131 
uchi, der greise Rathgeber der sagenumwobenen Kaiserin Jingö 
seiner Gebieterin einen von ihm selbst verfertigten Fächer, und zwar 
einen Blattfacher, darbringt, da zu seiner Zeit der Faltfächer noch nicht 
erfunden War; wie eine junge Dame dem Prinzen Genji eine Yugao- 
Blüthe auf einem Faltfächer aus der Gartenpforte reicht und damit 
den Anstofs giebt zu einem der zahlreichen Abenteuer dieses Don Juan 
unter den japanischen Prinzen; wie vor der Schlacht bei Dan-no-ura, in 
welcher die Taira von den Minamoto geschlagen wurden, auf eine 
Herausforderung der" sich auf ihren Schiffen sicher wähnenden Taira 
der Bogenschütze Munetaka auf seines Feldherrn Yoshitsune Ge- 
heifs den auf einem feindlichen Schiffe an einer Stange befestigten 
Fächer herunterschiefst  eine der beliebtesten Episoden aus dem 
Bilderkreis des unter dem Namen Gen-Pez-Kassen bekannten blutigen 
und langwierigen Kampfes jener beiden Geschlechter um die höchste 
Macht  wie Toba, ein berühmter chinesischer Dichter, eine seiner 
Poesien auf einen Fächer schreibt; wie Bauern zur Feier der Auspflan- 
zung der Reissämlinge einen lustigen Tanz aufführen; wie Vornehme 
sich unter dem Vorsitz von Toyotomi Hideyoshi zu einer geselli- 
gen Unterhaltung _zum Wettkampf im Dichten von UZa für Fächer- 
inschriften versammeln, wobei die Hofdame Yodono Tsubone mit 
einer UZa über Mond und Fächer den Sieg errang. Unter den Fächer- 
abbildungen sehen wir den alten hölzernen [Ji-ogz, unbemalt, nur eine 
Glycinenranke auf den Deckstab und vielerlei andere Formen des Falt- 
fächers, darauf als Bilder Kiefern und Barnbusen, dem Kranich und der 
langfransigen Schildkröte gesellt; wolkendurchzogene Landschaften, 
die rothe Sonnenscheibe aus dem von Ckzkiori-Vögeln überflatterten 
Meere aufsteigend oder hinter den Zweigen einer alten Kiefer 
voll am Himmel schwebend; den Foko-Vogel über blühenden Paw- 
lonien; schwimmende Chrysanthemublüthen; blühende Irisstauden in 
Teichen und andere derartige allbekannte Vorwürfe. Sogar in eine 
Werkstatt von Fächerarbeitern zo Kioto führt uns der Verfasser. 
Zur vollständigen Ausrüstung beider Ge- 
schlechter gehört endlich noch das aus 
lackirtem, bisweilen aus geschnitztem Holze, j " 
seltener ausElfenbein oder Metall verfertigte  
Medicinbüchschen, das Inro, dessen drei oder   
fünf Fächer mittelst einer durch alle hindurch-  ä  
gezogenen doppelten Seidenschnur zu einer     
äufserlich ungegliederten Büchse vereinigt 3.„  xvjxä 
werden. Die Schnur wird, nachdem sie Q 
durch einen kleinen Knopf gezogen, an der Im, mitNetzke undmammen- 
Rückseite eines Zierstückes, des Netzke, be- gelegm" Faltfächer" 
9!
        

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