Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868803
Tracht 
Die 
der Japaner. 
x29 
Als Fufsbekleidung tragen Männer wie Frauen grobe baum- 
wollene Socken mit abgetheilter grofser Zehe, dazu Sandalen, Warajz, 
von Reisstroh oder feingespaltenem Rohr, ohne Oberleder und Hacken- 
stück, vorn mit einem leinenüberzogenen Querbügel, von welchem ein 
schmälerer Bügel bis zur Spitze des Schuhes geht, um zwischen der 
grofsen und der zweiten Zehe eingeklemmt, der Sandale am Fufse Halt 
zu geben. Diese Art der Fufs- 
bekleidung trägt dazu bei, der     
grofsen Zehe eine Beweg1ich-  
keit zu erhalten, welche den _ 
Handwerkern gestattet, sich I  
ihrer Füfse bei der Arbeit    " 
fast handartig zu bedienen. Stativ  3' 
Um bei nassem Wetter und     
Schnee trockenen Fufses zu a- i, t .  _   
gehen, werden ähnliche San-      
dalen getragen, deren Stroh-   w 
sohlen auf einer mit zwei Ü. li 
senkrechten Brettchen gestelz-      
ten Holzsohle oder auf einem   ä Q 
dicken, unter dem Spann aus-  x14,  i 
geschnittenen Holzklotz be- 
festigt sind. Um auf Reisen Samufai im Schnee, mit Vcrllülltßm Gesicht und Sockel- 
das Klappen der losen Sanda-   
len zu verhindern, bindet man 
sie mit aus Stroh gedrehten Bändern am Fulse fest; die abgetragenen, 
für die überall in den Dörfern billiger Ersatz zu finden, läfst man am 
Wege liegen. Beim Betreten eines Hauses entledigt man sich der 
Sandalen, da die reinlichen Matten überall das Gehen auf den Socken 
gestatten. Lederne oder aus grobem Zeug genähte Schaftstiefel, wie 
sie zur Tracht der in chinesischer Kleidung abgebildeten Männer der 
Vorzeit gehörten, kommen in neuerer Zeit nur als Fufsbekleidung der 
Vornehmen bei dem beliebten Fufsballspiel vor. 
Ein wichtiger Bestandtheil der Tracht sind die Faltfächer, Ogz; 
welche die Japaner, Männer wie Frauen, stets mit sich führen. Japa- 
nischer Ueberlieferung nach ist der Faltfächer zur Zeit der Regierung 
des Kaisers Tenji (668-672 n. Chr.) durch einen Bewohner von 
Tarnba, westlich von Kioto, erfunden worden." Diese ersten Fächer, 
zu denen die zusammenfaltbaren Flügel der Fledermaus das Modell 
geliefert haben sollen, bestanden aus fünfundzwanzig dünnen Brettchen 
von iYzlnoki-Holz, welche durch Schnüre so mit einander verbunden 
waren, dafs sie leicht zusammen- und auseinander-gefaltet werden 
BRINCKMANN, Kunst und Handwerk in Japan. 9
        

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