Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868777
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Kunst 
und 
Japan. 
Handwerk 
Mage festgehalten oder an diesen selbst gebunden wurden. Durch die 
nach hinten steif vorragende Abart des Mage erklärt sich die seltsame 
Erscheinung, dafs viele dieser Kopfbedeckungen über den Hinterkopf 
frei hinausragen. 
Diese als Boski oder Yeb0skz' mit verschiedenen, die Abart be- 
zeichnenden Beiworten bekannten, aus schwarzem, lackirtem Papier oder 
aus schwarzem Hanf- oder Rofshaar-Gewebe angefertigten Kopfbe- 
deckungen hatten die verschiedensten 
f] Formen. Einige glichen einer hohen 
 schwarzen Röhre, andere waren nach 
Y äfe, oben verjüngt und nach Art einer phry- 
h gischen Mütze an der Spitze nach vorn 
 l   übergebogen, andere hatten die Form 
 "es 14,3" eines flachen, runden oder dreieckigen 
  L 31 Käppchens. DieauffallendsteArtbestand 
  " in einer flachen Kappe, hinten mit einem 
ääftil f"  W höheren hutförmigen Theil, von welchem 
 393m x    ein steifes breites Band festen Rofshaar- 
 ojärvl g  gewebes aufstieg, um in hohem Bogen 
 s"  e. nach hinten zwischen die Schultern oder 
 7124 nach vorn bis zur Stirn herabzufallen. Bis- 
  weilen wurden diesen seltsamen Kopfbe- 
l  X4 [kg-s deckungen an den Schläfen noch grofse 
f  fächerförmige Flügel in senkrechteriStel- 
g ' lung hinzugefügt, oder man faltete das 
L1 Rofshaarband mehrfach zusammen und 
Manzai- oder NeujahrseGlückwvunsch-Tänzer, band es hinten oben an die Mütze. Nur 
 bei reeeliehen Anlässen am Hefe getra- 
Kiefem und Kranicllidiaergjll:Sinnbildern langen gen, Wurden diese Boslzj je nach dem 
Anlafs auch mit Blüthenzweigen des 
Kirschbaumes oder des gelbblühenden Yamabuki-Strauches (Kerria 
japonzka) oder im Herbst mit rothbunt beblätterten Ahornzweigen ge- 
schmückt. Solchergestalt wurden sie in Verbindung mit Bambusmatten 
 hinter denen verborgen die vornehmsten Herren und die Damen 
des Hofes den Spielen und Aufzügen zuzuschauen pflegten  zu Sinn- 
bildern hötischen Lebens, wobei ihnen oft noch Ranken der Fuiaba- 
Aoi-Pflanze, (Asaruvn caulescensj hinzugefügt werden, von deren Blättern 
die Slaögune der T okugawa-Dynastie ihr Wappen ableiteten. In dieser 
Bedeutung finden sich jene Boskz" überaus häufig auf Stichblättern und 
in Lackmalereien dargestellt. 
Die japanischen Frauen widmen ihrer Haartracht grofse Sorg- 
falt. Vernachläfsigtes Haar setzt eine Frau allgemeiner Mifsachtung
        

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