Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868750
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Kunst 
und 
Japan. 
Handwerk 
deren Aussprache dem Namen des Berges "Fusf" gleicht, deren Be- 
deutung aber nnicht  Zwei"  d. h. "Ohne gleichen". 
Eigenthümlich War auch die Kopfbedeckung der Mitglieder der 
Bruderschaft der Komoso, eines weltlichen Ordens von Bettelmönchen, 
in den nur Samuraz" aufgenommen wurden. Ihre Tracht bestand aus 
engen weifsen Beinkleidern und einem weifsen Kzmono, in dessen O62" 
nur ein Schwerdt steckte. Auf den Kopf stülpten sie grofse, bienen- 
korbförmige, mit zwei kleinen Gucklöchern versehene Hüte aus Bambus- 
geflecht, Welche, obwohl unten offen, das Gesicht völlig verbargen. 
Diese, "Tengai" genannten Hüte, wurden von den Kamoso auf der 
Wanderschaft stets getragen und selbst während der Mahlzeiten nicht 
abgelegt. Unter dem Schutze dieser Hüte zogen die adeligen Komoso 
mit dem Pilgerstab von Haus zu Haus, bliesen auf einer besonderen 
Flöte einige ihnen eigene Melodien vor den Thüren und nahmen die ge- 
reichten Gaben schweigend auf offenem Fächer entgegen. Um uner- 
kannt sich anzuschleichen, nahmen bisweilen auch Leute, die nicht zur 
Brüderschaft gehörten, die Tracht der Komoso an  was ihnen aber 
übel gerathen konnte, wenn ihnen ächte Brüder begegneten, deren 
Losungswort sie nicht erwidern konnten. 
Auch die weitschattenden, mit Bändern unter dem Kinn festge- 
bundenen, bisweilen mit Blumen geschmückten Strohhüte fahrender 
Sängerinnen sind eine Art Standesabzeichen und werden von anderen 
Frauen nicht getragen. 
Als Abzeichen des Standes und der Rangordnung dienende 
Kopfbedeckungen des Hofadels und der Beamten gab es in grofser 
Anzahl, deren zum Theil ganz absonderliche Formen nur durch die 
eigenthümliche Haartracht des vornehmen Japaners verständlich 
werden. 
Der Kopf der Knaben und Mädchen wurde nach altem Brauch 
bis auf einen Kranz kurzer Haare um den Scheitel, eine Locke auf der 
Stirn und eine an jeder Schläfe glatt rasirt. Vom fünften Jahre a-b 
liefs man das Haar der Mädchen frei wachsen und mit vollendetem 
I4. Lebensjahre wurde den Knaben die Stirnlocke abrasirt und ihre 
Erklärung zum Manne durch ein Familienfest, das Gembuku, und 
Aenderung des von ihnen als Kind geführten Namens bezeichnet. Von 
nun an wurde die Stirn und das Vorderhaupt stets rasirt gehalten, 
das Haar von den Schläfen glatt zurückgestrichen, mit dem Haar des 
Hinterhauptes zusammen eingeölt, von unten nach oben aufgekämmt 
und durch Umbinden von Schnüren zu einem kurzen festen Zopfe, dem 
Mage, vereinigt, der sich nach vorn über den Scheitel legte und auf 
dem glatt rasirten Vorderhaupt endigte. Bisweilen wurde der Mage 
ehe er diese Richtung nahm, vom Scheitel aus erst nach hinten ge-
        

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