Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868681
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Hofdame in alter Tracht mit dem grofsen Akoya-Fächer. Aus dem Isai-gwva-shiki des Katsu-shika. Isai 
vom jahre 1864. Die Verzierungen des Obergewandes zur Linken sind aus Schmetterlingen gebildet. 
Rechts die "Shio" genannte Schleppe. 
Die 
Tracht. 
nter allen Wandelungen, welche die Tracht der Japaner unter den 
l l wechselnden Einflüssen kriegerischer Zeiten, prunkliebender 
reicher Fürstenhöfe und der auch dort, mehr als sonst im Morgen- 
lande, mächtigen Mode im Laufe der Jahrhunderte erfahren hat, ist ihr 
nationaler Grundzug bis in unsere Tage erhalten geblieben. Erst der 
häfsliche Frack und die Uniform nach europäischem Zuschnitt haben in 
Folge ihrer Erhebung zur amtlichen Tracht der Männer begonnen, den 
von unvordenklichen Zeiten her von beiden Geschlechtern in allen 
Ständen vom Kaiser bis zum letzten Handwerker getragenen, bequemen 
und gefälligen, langen faltigen Aermelrock aus dem ofiiciellen Leben zu 
verdrängen und neben dem Herrn im Frack wird auch die japanische Dame 
den Lockungen europäischer Modejournale schwerlich lange mehr Wider- 
stand leisten. In der Kunst auch des Japans "unserer Tage behauptet 
jedoch die alte nationale Tracht zum Glücke noch ihre volle Herrschaft 
und nur bei den wenig beliebten Darstellungen geschichtlicher Vor- 
gänge neuester Zeit, dann in den häufigen Carrikaturen, in denen die 
Anhänger des Alten ihren Spott über die Uebertreibungen ihrer, der
        

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