Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868618
IIO 
Kunst 
JaPan. 
Handwerk 
Verheeren. Diese Geifsel seines Landes erträgt der Japaner mit er- 
staunlichem Gleichrnuthe, da der geringe Umfang seines Hausrathes die 
Bergung desselben erleichtert und die Werthvollere Habe der Begüterten, 
soweit sie nicht eben zeitweise zum Schmuck des Hauses hervorgeholt 
ist, nicht in letzterem, sondern in einem von dem Holzbau abgeson- 
derten, feuersicher gemauerten Gewölbe verwahrt zu werden pflegt. 
Die leichte Bauart gestattet den Wiederaufbau um so rascher, als 
alle dazu nöthigen Balken und Bretter, nach den allgemein üblichen 
Baumaafsen zugeschnitten, von den Zimmerleuten vorräthig gehalten 
werden, die oft schon am Morgen nach dem Brande auf dem kaum von 
den Trümmern gesäuberten, noch dampfenden Boden die Pfosten des 
Neubaues aufrichten.  
Abgesehen von den gewöhnlichen, in der Küche, beim Garten- 
und Ackerbau benutzten Gefäfsen aus gebranntem Thon, sind die Be- 
dürfnisse des japanischen Haushaltes, welchen durch Erzeugnisse der 
Töpferkunst genügt werden soll, zum Theil beschränktere, zum Theil 
andere als im Haushalt der Europäer. Viele der zum Auftragen und 
Vorlegen der Speisen benutzten Gefäfse, u. A. die grofsen Kummen oder 
Eimer, in denen der bei keiner Mahlzeit fehlende Reis aufgetragen 
wird, bestehen aus lackirtem oder natürlichem weifsgescheuerten Holz. 
Was von japanischen Porzellanen europäischer Form und Gewöhnung 
im Handel vorkommt, ist in der Regel jüngere oder alte "Export- 
Waare" und entbehrt daher meistens der intimen Vorzüge, mit Welchen 
die Japaner ihren eigenen Hausrath auszustatten lieben. Auch der 
flache Rand der Teller ist dem europäischen Brauch angepafst, der 
japanische giebt den beim Mahl benutzten Schüsseln und Tellern die 
Form einer flachen randlosen Schale. Die Mehrzahl der Speisen aber 
wird aus kleinen Kummen genommen, die jedem der Speisenden mit 
einem abgemessenen Antheil besonders vorgesetzt werden. An Stelle 
der Messer und Gabeln bedient der Japaner sich der fhlbaslzz", zweier 
glatten, nach der Spitze zu verjüngten Stäbchen aus Holz, Elfenbein oder 
Metall. Diese weifs er so geschickt zwischen den Fingern der rechten 
Hand zu halten und zu bewegen, dafs sie als Zange wirken. Die Suppe 
wird nicht mit dem Löffel gegessen, sondern aus einem kleinen Napfe 
geschlürft. Die zur Aufbewahrung und Bereitung und zum Trinken der 
beiden nationalen Genufsmittel, des Reisweines, Sakz, und des Thee's, 
Cka, gebrauchten Gefafse sind vorzugsweise Töpferarbeiten, jedoch 
wird der in thönernen Flaschen oder Kannen aufgetragene und meist 
im Wasserbade gewärmte Saki auch aus Lackschälchen getrunken. 
Der Theetopf kommt in zahllosen Spielarten vor, die sich auf 
drei Typen zurückführen lassen, von denen der erste, 1906m, einen ge- 
raden, in rechtem Winkel zum Ausgufs angesetzten Griff, der andere,
        

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