Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868514
IOO 
Kunst 
Japan, 
Handwerk 
Feste Bettgestelle oder Schlafplätze kennt der Japaner nicht. 
Das Wenige Bettzeug,  eine mit Baumwol1en- oder Seidenwatte aus- 
gestopfte Matraze, Futzm, ein weiter, in der kalten Jahreszeit wattirter 
Schlafrock, Neznakz; und der "Schlafklotz", wie Kämpfer die Makura 
nennt,  wird Tags über in den Erkerschränkchen neben dem Toko- 
noma oder in einem Nebengemach verwahrt. Abends breitet man auf 
einer beliebigen Stelle des sauberen, mattenbelegten Zimmerbodens die 
Matraze aus und streckt sich, in den Nemakz" gehüllt, darauf zum Schlafe 
nieder. In kalter Jahreszeit bedient man sich, wenn der Schlafrock nicht 
genügt, noch eines sackartigen Ueberzuges, in welchen man die Füfse 
steckt, und wattirter Decken in mehrfacher Anzahl. 
Die Makura, welche als Stütze unter den 
 f  Nacken geschoben wird, besteht in ihrer einfach- 
  sten Gestalt nur aus einem kleinen, aus sechs 
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 qzne-fe, ackirten geschweiften Brettchen zusammenge- 
 l-d fügten Kästchen, welches mit einer kleinen Polster- 
äKAJ rolle aus Papier oder Baumwolle belegt ist. 
Makura mitpapierumwickelte, Walzenförmige kleine Kissen, mit kostbaren 
Nackemouei dabei Tabaks" Stoffen überzo en und an den Enden mit Quasten 
pfeife und Kästchen.  g      
verziert, treten bisweilen an ihre Stelle. Bei Je- 
desmaligem Gebrauch werden die Polster der Makura mit einem frischen 
Blatte weichen Papiers bedeckt. In reicheren Häusern gehört die 
Makura zu den vom Lackmaler mit Vorliebe behan- i. 
delten Einrichtungsstücken. Ihre Verzierungen halten  
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sich in den bescheidenen Grenzen ausgestreuter Blumen 4 illl 
oder eines blühenden Zweiges der Lieblingspflanzen. 3,3 
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Bisweilen ist in dem Schlafklotz ein Schubfach ange- ia.  
bracht,inwelchemclieDamenihreHaarnadeln bewahren. sw"   
Zur Abhaltung des Zuges und indiscreter Blicke wird  
die Lagerstätte mit niedrigen Klappwänden umstellt. 
Beleuchtet wird das Zimmer Nachts durch eine 
grofse, auf einem Holzgestelle verschiebbar befestigte 
Papierlaterne, Andon, in welcher eine Oellampe ruhig 
brennt. Derartige stehende oder hängende Papier- 
laternen, thönerne oder metallene Lampen, deren offen 
brennende Dochte mit Rüb- oder Fischöl gespeist 
wurden, oder aus Pflanzenwachs über Dochten aus K 
Papier und Binsenmark gerollte Kerzen, welche man i, ß 
mit dem hohlen, dünneren Ende auf den Dorn eines o- 7 4 
metallenen Leuchters spiefste, bildeten bis zur Einfüh-  
    Anden, das durchschei- 
rung europaischer Petroleumlampen in neuester Zeit die nende Papier ist mit einer 
      Ran-PflanzeundSprüchen 
ziemlich durftige Beleuchtung des Japanischen Hauses. bemalt
        

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