Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868479
Kunst 
und 
Handwerk 
Japan, 
Was sonst noch von schrank- und truhenartigen Gelassen im japa- 
nischen Hause sich findet, besteht aus allerlei Kasten, Kisten und Laden, 
deren Deckel nicht mit Scharnieren befestigt, sondern lose übergestülpt 
oder bei schwereren Stücken durch metallene Zapfen gehalten werden. 
Meist sind diese Behälter ohne Unterabtheilungen; wo sie Fächer oder 
Einsätze kleinerer Kasten enthalten, pflegt die Handlichkeit der Ein- 
richtung durch die einfachsten Mittel auf das zweckmäfsigste gewähr- 
leistet zu sein. Durchweg sind diese Kasten aus lackirtem Holze, die 
schwereren mit metallenen Beschlägen 
4.„ ,   4- verstärkt und mit metallenen Handhaben 
 (ä ' versehen, Welche sowohl das Tragen mit 
 t f]! freier Hand leicht und bequem machen, wie 
 2m X4 A:  auch gestatten, bei gröfserer Belastung und 
   auf Reisen eine Tragstange hindurch zu 
 1,311;  schieben. Feste Schlösser nach euro- 
 päischer Art finden sich an ihnen nicht. 
'   Besteht der Inhalt aus kostbaren Dingen, 
Frau vor dem Spicgc, etwa aus Schwertern, dem werthvollsten 
Erbschatz des vornehmen japaners alten 
Schlages, so gestattet eine metallene Krampe das Vorlegen eines 
Schlosses. In der Regel aber besteht der Verschlufs nur aus einer 
starken Seidenschnur, welche in metallenen Ringen des Kastens befestigt 
oder durch Löcher in einem Fufsrande gezogen, einfach oder kreuzweis 
übergeschlungen und auf gefällige, oft nur 
dem Eingeweihten bekannte geheimnifsvolle 
Weise verknotet wird. Diese scharlach-  
rothen oder violetten Seidenschnüre mit  
ihren langhaarigen Quasten stehen wunder-  
schon zu dem matten Goldglanz, dem 
Aventuringeflimmer oder dem schwarzen . r)  
Spiegelglanz der Lacke. Die Kunst, 
solche Schnüre geschmackvoll und be- 
deutsam zu verknoten, gehörte ehemals,  
wie diejenige des Aufzierens der Blumen- 1'? x23. 
sträufse, zu den Erfordernissen feiner ge- W 
sellschaftlicher Bildung, deren auch der  
schwerterfahrene Samurai nicht entrathen  
konnte.  
Wichtige Stücke des feineren Haus-  Ä 
rathes sind die stets paarweise vorhande- a i-l" Q 
nen Behälter mit Allem, dessen der Japaner Räuchemschchen mit einem Brautemerb 
zum Schreiben bedarf. Der gröfsere Kasten Paar als Räußhergßfäfs-
        

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