Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868467
Der japanische Hausrath. 
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Kleine Tische von ein bis anderthalb {V 
Fufs Höhe und länglich rechteckiger Form   
dienen zum Schreiben. Andere von quadra- W, 
tischer Form werden, mit kleinen Näpfen be-  
legt, dem Speisenden beim Mahle vorgesetzt, "fällt 
welches nicht wie bei uns die ganze Familie fWÄÖYQI-r 
 Öryßatliggiälis 
um den SUPPentOPf und die Bratenschüssel  Ruß-ä? 
vereinigt. Nur der Arme, der keines Tisches  
bedarf, weil er keinen besitzt, der Feldarbeiter  
oder kleine Handwerker erfreut sich in Japan  
  ' 
der von europaischer Gesittung unzertrenn- W  
lichen Gemeinsamkeit der Mahlzeiten mit Weib 
und Kind. 
Niedrige oder schlankere, von zwei SPelsegiigääjggegrilfgi:am das 
oder vier geschwungenen Füfsen getragene 
Tischchen dienen zur Aufstellung des bronzenen oder thönernen Räucher- 
gefäfses, wenn in solchem bei feierlichem Anlafs das duftende Räucher- 
werk entzündet werden soll. 
Kleiner kommodenähnlicher Behälter bedienen sich die Frauen 
zur Bewahrung der Kämme, der Haarnadeln und der vielerlei kleinen 
Geräthe, deren sie bei der sorgfältigen Pflege ihres Haarputzes bedürfen. 
Der Sitzmöbel bedarf der Japaner 
f-DX. nicht, da er in hockender oder kniender 
-39:  Stellung, die ihm durch Gewöhnung 
 von. Jugend auf behaglich geworden, 
 speist, l1est,_ schreibt und sich unter- 
5x37 hält. Vor Zeiten pflegten bejahrte und 
- vornehme Leute dem einen Arm eine 
Stütze in Gestalt eines länglichen Sche- 
rnels mit hohl geschwungener Fläche 
unterzuschieben, aber die Fürsten und 
selbst der Kaiser bedienten sich niemals 
eines thronförmigen Sitzes. Wo wir in 
Tischchen mit Speisen besetzt den Bildern auf Stühle, Armsessel oder 
bankartige Sitze treffen, wird eine ge- 
nauere Prüfung uns zeigen, dafs die Darstellung chinesisches Leben 
wiedergibt. Eine Ausnahme bildet nur der lehnenlose, dem curulischen 
Sessel der Römer ähnliche Klappstuhl, auf Welchem der japanische 
Feldherr sitzt, um mit dem eisernen Fächer die Schlacht zu leiten, 
so lange er nicht selbstthätig in den Kampf eingreift. 
Die Stelle unserer Schränke vertritt im Allgemeinen das Clzzgazl 
dana mit seinen verschließbaren Schiebethüren und offenen Börtern.
        

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