Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868390
und 
Kunst 
Japan. 
Handwerk 
verbreitetes Ziermotiv geworden sind. Ueber der Brunnenmündung 
hängen an einem galgenförmigen Gerüst oder unter einem die Oeffnung 
schützenden Dache in einer Winde die beiden viereckigen Zieheimer, von 
Welchen gleichfalls Zierformen, u. A. für die Gestaltung von Blumen- 
gefäfsen abgeleitet worden sind. 
Abgeschlossen wird der Garten durch Zäune aus Bambusgeflecht, 
Bretterwände oder leichte Mauern, über Welche häufig ein schmales, 
den inneren Umgang des Gartens schützendes Dach nach innen 
vorspringt. 
Mit erstaunlicher Findigkeit wissen die Japaner diese Garten- 
zäune, Kakz, aus den verschiedensten Naturstoffen abwechselungsreich 
zu gestalten. Eigene Bücher mit hunderten von Abbildungen geben 
Anleitungen dazu und Hokusai streut sie hier und da zwischen die 
Skizzen seiner Maugwa ein. Schon von den hölzernen Planken der 
Japaner könnten unsere Zimmerleute lernen; an ihren Bambus-, Reisig-, 
Schilf- und Strohzäunen unsere Gärtner erkennen, wie das Nützliche 
auch mit den einfachsten Mitteln gefällig zu bilden ist. Morse, 
welcher den Kaki besondere Aufmerksamkeit gewidmet hat, beschreibt 
eine Anzahl ihrer Abarten. Einmal sah er eine Hecke aus Holzpfosten 
und aus Bambusstäben, welche, dicht aneinander, abwechselnd von der 
Vorder- und von der Rückseite her, zwischen drei, die Pfosten ver- 
bindende Querhölzer gesteckt, nur durch ihre Spannkraft ohne weitere 
Befestigung in dieser Lage erhalten wurden. Den Pfosten hatte man 
eine regelmäfsige, dunkelbraune und weifse Musterung gegeben, welche 
durch Ankohlen des Holzes erzielt worden war, nachdem man zuvor 
die Stellen, welche weifs bleiben sollten, durch spiralisches Umwickeln 
zweier nassen Strohseile in entgegengesetzten Richtungen geschützt hatte. 
Eine andere Garteneinfriedigung in Hakone hatte einen niedrigen, 
aus unregelmäfsigen Steinen geschichteten Sockel, auf welchen un- 
behauene Baumstämme, jeder zweite mit einer Strebe aus gleichem 
Holze, als Pfosten gepflanzt waren. Ueber die Köpfe der Pfosten 
zogen sich starke Querhölzer aus roh behauenen Stämmen. Die 
Zwischenfelder waren, jedoch nicht bis zu ihrer vollen Höhe, durch 
ganz dünnes Bambusrohr ausgefüllt, welches in der oben beschriebenen 
Weise zwischen leichte Querlatten eingeflochten warß 
Ein dritter Zaun in Tokio war ähnlich, aber weit zierlicher an- 
geordnet. Alles Holzwerk daran war leichter und wohl geglättet; an 
Stelle des Bambusgeflechtes eine dichte Masse von senkrecht gestell- 
tem und durch übergelegte Latten befestigtem Reisig; die Ramma- 
artigen Oeffnungen darüber nicht leer, sondern gefüllt mit einem leichten 
Gitterwerk aus senkrechten Stäben der Rothtanne, welche mit Ranken, 
wahrscheinlich von der Glycine, quer durchflochten waren.
        

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