Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grammatik der Ornamente
Person:
Jones, Owen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1862676
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1866611
ITALIENISCHE 
ORNAMENTE. 
hauses grösstentheils auf verschieden colorirtern Grunde ausgeführt--eine Weise für welche Giulio Romano 
eine grössere Vorliebe zeigte als Rafael und Giovanni da Udine. 
Die Villa selbst wurde von Romano und seinem Grehülfen für den Cardinal Giulio di Medici, nachherigen 
Papst Clernent VII. geballt, der erste Entwurf aber wurde von Rafael geliefert. Das Werk war noch 
nicht vollendet als es zum Theil vom Cardinal Pornpeo Colonna zerstört wurde, aus Rache gegen 
Clexnent VIL, der in der Campagna von Rom vierzehn Schlösser des Cardinals niedergebrannt hatte. 
Gegenwärtig kommt diese Villa täglich ihrem gänzlichen Verfall naher, aber die drei grossartigen Bögen, 
die noch stehen, sind allein hinlänglich zu beweisen, dass der Entwurf dem Genie Rafaels würdig entsprach. 
Dass der Entwurf wirklich von ihm herrührte, unterliegt keinem Zweifel und ist aus einem Briefe von 
Castiglione an Francesco Maria, Herzog von Urbino, so wie aus einigen Zeichnungen welche, sowohl als der 
genannte Brief, noch gegenwärtig vorhanden sind, aufs klarste bewiesen.  
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 11m am   
           
Detail eines Theiles der Stuck-Decke im Palaste Mattei di Giove, Rom, von Carlo Maderno. 
Jahre 1537 die Güter 
Als im 
der Medicis 
conüseirt worden waren, wurde 
diese Villa 
von Margarethe; 
Tochter KarPs V. und Wittwe des Herzogs Alexander di Medici käuilich erstanden, und nahm, nachdem 
Titel dieser Fürstin, den Namen Villa Madama. an. Das Gebäude wurde zum Theil restaurirt aber nie 
ganz vollendet, doch bewohnte es Margarethe zur Zeit ihrer Vermählung mit Ottavio Farnese. Die Krolie 
von Neapel kam später, in Folge einer Heirathsverbindung, in den Besitz dieser Villa. und aller andern 
Güter der Farnese. 
„ 
Die Schüler und Nachfolger RafaeYs verfertigten eine solche Menge von Arabesken -Ver2ierungen, und 
zwar meistens mit so vollkommener Gewandtheit, dass es schwer zu ermitteln wäre, welchen unter ihnen wir 
die herrlichen Arabesken verdanken, die noch gegenwärtig viele der Paläste und Landhäuser in der Nähe 
von Rom schmücken. Der unzeitige Tod Rafaels zerriss das Band,welches die um ihn her versammelte 
Schaar während seines Lebens geknüpft hatte, und die Künstler, die mit so glücklichem Erfolg unter ihm 
gearbeitet hatten, zerstreuten sich nach allen Richtungen hin, und trugen nach den verschiedenen Theilen 
Italiens die Erfahrung und die Kenntnisse mitsich, die sie in den grossen Unternehmungen ihres Meisters 
gesammelt hatten. Auf diese Weise verbreiteten sich die Elemente der gemalten Arabesken-Decorationen 
in vollen Strömen durchs Land. Im Verhältniss aber als die Künstler, Welche die spälterii Werke unter- 
entfernten, wurde auch ihr Styl 
nahmen, sich weiter vom classischen Einfluss Roms 
minder 
malerisch
        

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