Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grammatik der Ornamente
Person:
Jones, Owen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1862676
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1866585
ITALIENISCHE ORNAMENTE. 
i    j    Fontainebleau eigen waren, erreichten den höchsten Punkt 
 i  der Uebertreibung von Seiten des Künstlers Francavilla, 
! oder Pierre Francheville von Carnbray (geb. 1548), welcher 
 den straff gezogenen Styl seines vieljährigen Lehrers J 01131111 
A   von Bologna in Frankreich einheimisch machte. Die 
'x er     rrten Hälfte des siebzehnten 
'19 , Charakterzüge des 111 der e s 
V N   Jahrhunderts herrschenden Ornarnentationsstyls, der den 
A sgggnanntell Styl Louis XIV. herbeiführte, lassen SlCll 
ä nirgends deutlicher erkennen, als in den Gemächern der 
ei- X Marie de Medicis, im Palais de Luxembourg zu Paris, die 
i  f j Z lmgefähr im Jahre 1620, ausgeschmiickt wurden. 
kffjßjjii; Dieser Behandlungsweise folgte der von Le Pautre, 
, einem vielseitigen und fruchtbarem Künstler, eingeführte 
  f, Styl, von welchem der nachstehende Holzschnitt ein Muster 
s,  darstellt. 
fix KXX Von den ausgehauenen Ornamenten Italien's und 
   Frankreichis wollen wir uns zu den gemalten Verzierungen 
 9h, wenden, welche, während der kurzen Epoche wo eine 
 7' besondere Sorgfalt für die Erhaltung der Spuren alt- 
 römischer polychromatischer Decorationen an den Tag 
uäv-  gelegt wurde, einen hohen Grad der Vollkommenheit und 
 [45 der Schönheit erreicht hatten. Man muss dabei nicht 
 xißäl  ausser Acht lassen, dass der Unterschied zwischen den 
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   gemalten und den geschnitzten Arabesken der Alten sehr 
 i;  gross war. Die letztern wurden während der frühen 
ll  h Periode der Renaissance beinahe ganz vernachlässigt, 
    während die erstem mit grossem Erfolg nachgeahmt 
an"  wurden, wie man aus den in unsern Holzschnitten dar- 
Q  w gestellten Pfeilern, von Baccio Pintelli für die Kirche Sant' 
13:? ü: Agostino zu Rom gebildet, wohl ersehen kann.  
 l  Dem Studium der alten römischen und griechischen 
m X tx j Sculpturen folgte die Untersuchung der antiken auf 
C9 Marmor und Stein ausgeführten Decorationen, welche in 
 l Italien in so reichlichem Maasse vorhanden waren, und von 
  denen die angestellten Nachgrabungen jeden Tag neue 
w v Licht forderten. Diese bestanden aus voll- 
AIX i. Muster ans 
"m: Will ständigen Resten oder auch zertrümmerten Bruchstücken 
l von verzierten Vasen, Altären, Friesen, Pfeilern, Gruppen, 
ßä ,"1 einzelnen Figuren, Büsten und Köpfen in Medaillons oder 
    j auf architektonischem Grunde angebracht; aus Früchten, 
 Blumen, Laubwerk, und Thieriiguren, untermischt mit 
 Täfelchen von verschiedener Gestalt mit allegorischen 
   Inschriften. Diese Gegenstände von auserlesener Schön- 
   heit boten sich zu jener Zeit den Künstlern, Welche sich 
 nach Rom begaben um dergleichen Ueberbleibsel zu co- 
Arabesk, gezeichnet von Baccio piren, in endloser Mannichfaltigkeit dar. Wenn hierauf 
Pintegi für die Kirche Saut) Agos- P P 
tino, 0m. 
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Arabesk, gezeichnet von Baccio 
Piutelli für die Kirche Saut" Agoi- 
tüxo, Rom. 145
        

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