Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grammatik der Ornamente
Person:
Jones, Owen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1862676
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1866558
ITALIENISCHE 
ORNAMENTE. 
vollständige Umwälzung, und Männer wie Giacomo della. Porta, Domenico Fontana, Bartolomeo Ammanati, 
Carlo Maderno, und selbst Vignola, ahmten in den Ornamenten, nebst manchen Schönheiten, auch viele 
nach, und der hervorragendste unter diesen Fehlern war eine höchst übertriebene 
der Fehler läiliehelangelds 
Auffassung. 
Zu Florenz zählte er unter seinen 
eifrigsten 
Verehrern 
Nachfolgern, 
Baccio 
Bandinelli 
und Benvenuto Cellini. 
Venedig war 
glücklich diesem 
hinreissenden 
Taumel 
gewissermassen 
gehen, oder doch wenigstens dem Einiiuss desselben länger als die meisten andern Theile Italiens zu wider- 
stehen. Diesen Vortbeil verdankte Venedig in grossem Maasse dem entgegenwirkenden EinHuss eines 
Genies, das sich zwar minder kräftig, zugleich aber geläuterter und beinahe 
ebenso vielseitig zeigte, als das 
Michelangelds. Wir meinen den grössten der beiden Sansovinos _den Giacopo. 
Dieser grosse Künstler wurde 147 7 zu Florenz geboren und stammte von einer alten Familie ab. Da 
er frühzeitig bedeutende Anlagen zur Kunst an den Tag legte, that ihn seine Mutter beim Andrea, Contucci 
von Monte Sansovino (dessen wir schon im Capitel XVII. erwähnten) in die Lehre, der zu jener Zeit in 
Florenz 
arbeitete. 
uns berichtet 4' sah bald ein, 
Dieser Künstler, wie Vasari 
der Jüngling ein 
ausge- 
zu werden 
zeichnete-r Mann 
versprach." 
zwischen Meister und Schüler 
Die gegenseitige Zuneigung 
war SO 
innig, dass 
beinahe 
fir Vater und 
galten, daher der letztere sich nicht länger " de' Tatti " bannt-e 
sondern " di Sansovino." 
Unter 
diesem Namen 
ist er 
bekannt und wird wohl 
gegenwärtig 
benannt 
werden. 
Florenz 
machte 
schnell 
durch 
Fähigkeiten 
bemerkbar, 
überdies 
einen 
Jüngling 
Genie 
treüiichem Charakter 
galt, nahm 
ihn Giuliano da. 
San Gallo, 
Architekt 
Papstes Julius II., 
Rom, WO Bramante 
jungen 
Künstler 
merksam wurde, der 
unter 
der Leitung Bramantds eine grosse in Wachs ausgeführte Copie des "Laocoon" 
ausfertigte, und zwar im Wettstreit mit andern Künstlern, unter welchen der berühmte spanische Baumeister 
Alonzo Berruguete sich befand. Sansovinds Werk wurde als das beste erklärt. Man machte einen Abguss 
in Bronze dairon, und dieser Abguss gerieth endlich in den Besitz des Cardinals von Lothringen, der ihn im 
Jahre 1534 nach Frankreich brachte. San Galle wurde krank und musste Rom verlassen, daher Bramante 
den Griacopo beim Pietro Perugino unterbrachte, der "zu jener Zeit für den Papst Julius an einem Plafond 
im Torre Borgia arbeitete, und Perugino wurde von seinen Fähigkeiten so eingenommen, dass er ihn beauf- 
tragte mehrere Wachsmodelle für ihn 
anzufertigen. 
Er machte 
auch die Bekanntschaft der Künstler Luca. 
Signorelli, Bramantino di Milano, Pinturicchio, und Cesare Cesariano, so berühmt wegen seiner Commentare 
zum Vitruvius, 
Wurde 
endlich 
Pakpste J ulius 
vorgestellt 
demselben 
beschäftigt. 
mitten in 
seiner Bahn wurde er, in Folge einer schweren Krankheit, gezwungen sich nach seiner Vaterstadt 
zurück 
begeben. 
genas 
Wettstreit 
Bandinelli und andern Künstlern, um 
eine grosse Marmorbildsäule, den Sieg davon. 
Von dieser Zeit an war er vielfach und beständig beschäftigt 
und verfertigte, unter 
Florenz befindet. 
andern, 
Giovanni 
Bartolini 
schönen 
gegenwärtig 
Im Jahre 1514 wurden grossartige Anstalten gemacht zum Einzug Leo's X. in Florenz, und Giacopo 
erhielt den Auftrag verschiedene Zeichnungen zu Triumphbögen und Statuen zu liefern. Diese gefielen 
dem Papst ganz vorzüglich, daher Sansovino, von seinem Freund Giacopo Salviati geführt, die Ehre hatte 
dem Pontifex die Füsse zu küssen, der ihn mit der grössten Güte empfing und ihn zugleich beauftragte 
einen Entwurf zur Fagade von San Lorenzo, Florenz, zu liefern. Seine Heiligkeit war mit der Arbeit 
höchst zufrieden, aber Michelangelo, der als Mitbewerber um die Leitung dieser Baute in die Schranken 
treten sollte, wusste es so listig anzufangen, dass er den Sansovino um die Frucht seiner Bemühungen 
brachte, denn Michelangelo, wie Vasari versichert, " war entschlossen alles für sich selbst zu behalten." 
Doch liess Giacopo 
arbeitete in Rom als Architekt und Bildhauer, 
sich dadurch nicht entmuthigen, sondern 
und war so glücklich, in einem Wettstreit um die Baute der Kirche San Giovanni der Florentiner, über 
Rafael, Antonio da. Sangallo, und Balthazar Peruzzi, den Sieg davon zu tragen. Während er den Beginn 
der Arbeiten leitete üel, er vom Gerüste und wurde so schwer verletzt, dass er die Stadt verliess. Aus
        

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