Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grammatik der Ornamente
Person:
Jones, Owen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1862676
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1866044
ORNAMENTE 
RENAISSANOE. 
ersten im reinen Renaissance-Styl zu Rom ausgeführtenGebäude, wir in unsern Holzschnitten einige elegante 
Muster darstellen) und der grosse Rafael selbst hielten es nicht unter ihrer Würde den Bildhauern Zeich- 
nungen zu Ornamenten zu liefern, die den reinsten Geschmack und die reichste Fülle der Phantasie ver- 
riethen. Zu welcher Vollkommenheit dieser letzt-genannte Künstler es in diesem Zweige der Kunst gebracht 
hat, wird aus den berühmten hölzernen Chorstühlen klar, die sich im Chor der Kirche San Pietro dei 
Casinensi befinden. Die Schnitzerei derselben wurde von Stefano da, Bergamo ausgeführt, der sich in seiner 
Arbeit der herrlichen Compositionen des Rafael würdig zeigte. 
Die merkwürdigen Bauten des Doms zu Mailand und der Certosa von Pavia schufen eine eigene und 
wichtige Schule, zu deren Anhängern, nebst andern Künstlern, Fusina, Solari, Agrati, Amadeo und Sacchi 
gehören. Das Bildhauertalent war in jenen Gegenden lange einheimisch gewesen, und die genannten 
Künstler belebten, in der vollendetsten Gestalt, die überlieferten Traditionen der lllaestri Comaschi, oder 
Freimaurer von Como, deren geniale Kunst so manche der berühmtesten Bauten des Mittelalters mit der 
höchsten Grazie ausgeschmückt hatte. Unsere höchste Bewunderung gebührt jedoch unstreitig dem 
Agostino Busti, besser bekannt unter dem Namen Bambaja, und seinem Zögling Brambilla, deren herrliche 
Arabesken an der Certosa erstaunliche Beispiele meisterhafter Ausfiihrug sind. Unsere Holzschnitte, dem 
Hochaltar der Piscina entnommen, liefern ein Beispiel des allgemeinen Styles der pavischen Arabesken. 
In Venedig glänzte unter den vorzüglichsten Meistern, die Familie der Lombardi (Pietro, Tullio, Guilio, 
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"1 von Pilasbern der Kirche Sta- Mam d 
Sante und Antonio), der diese Stadt ihrelberühmtesten Denkmäler verdankt. Diesen folgten die Künstler 
Riccio, Bernardo und Domenico di Mantua, und viele andere Bildhauer, deren Namen jedoch von dem des 
grossenl J acopo Sansovino gänzlich verdunkelt wurden. Zu Lucea behauptete Matteo Civitale (geb. 1435, 
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