Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grammatik der Ornamente
Person:
Jones, Owen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1862676
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1865779
MITTELALTERLICHE 
ORNAMENTE. 
existirt, ist um so auffallender, da das vollkommene Verhältniss, hinsichtlich des Gleichgewichten und des 
EiTects, zwischen den Ornamenten und den verzierten baulichen Gliedern, zu den schönsten Eigenschaften 
des früh-gothisehen Styls gehörte. Alle Ornamente von 12 bis 28, Tafel LXIX. und LXIXiÄ, rühren vom 
zwölften Jahrhundert her, N0. 3 und 7 vom dreizehnten, No. 1, 2, 4, 5, 6, 8, 9, 10, 11 vom vierzehnten, 
und sie bestätigen beim ersten Blick alles was wir behauptet haben. 
Die Glasmalereien des zwölften Jahrhunderts oäenbaren alle die Principien die einem vollkommenen 
Kunststyl eigen sind. Zum Beweise dürfen wir nur auf die sinnreiche Methode hindeuten, mittelst wel- 
cher die geraden, krummen und geneigten Linien in allen Buntmustern mit einander contrastiren und sich 
gegenseitig balanciren. 
N0. 2 und 4 illustriren ein allgemeines Princip, welches in seinem Wesen durchgehends einen orienta- 
lischen Charakter verräth, und besteht darin, dass das zusammenhängende Grundmuster sich mit dem 
allgemeinen Muster der Oberfiäche in gleicher Tinte verweht. 
Die N urumern l, 5, 6, 8 des vierzehnten Jahrhunderts bezeichnen den Anfang des auf die unmittelbare 
Nachahmung der Natur hinstrebenden Styls, in welchem endlich alle die Grundprincipien der Glasmalerei 
ganz vernachlässigt wurden, und die Ornamente und die Figuren, die doch das Licht durchlassen sollten, 
wurden in Folge dieses übertriebenen Strebens nach wahrhafter Darstellung, mit Schatten und Schattirungen 
versehen.
        

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