Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grammatik der Ornamente
Person:
Jones, Owen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1862676
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1865742
MITFELALTERLICHE 
ORNALIENTE. 
dies gab es so viele Schulen der illuminirten Miniaturmalerei, und diese entlehnten so vieles von einander, 
dass man oft im selben Manuscript verschiedene Stylarten vermischt findet. Doch lässt es sich als wahr- 
scheinlich annehmen, dass, während die Ornamente in der Sculptur durchgehends conventionell behandelt 
Wurden, wohl auch in der innern Ausschmückung der Gebäude derselbe Styl herrschte. 
Die Tafeln LXVII. und LXVIPX". enthalten eine Auswahl von Rändern aus illuminirten Manuscripten, 
die dem Zeitraums zwischen dem neunten und vierzehnten Jahrhundert angehören. Die Tafel LXVIII. 
stellt Buntmuster von Wänden dar, meistens von Hintergründen verschiedener illuminirter Handschriften 
entnommen, die vom zwölften bis zum sechzehnten Jahrhundert herrühren. Doch finden sich unter den 
Beispielen beider Arten nur sehr wenige, die den rein conventionellen Ornamenten des früh-gothischen 
Styls würdig zur Seite stehen könnten. 
Im dreizehnten Jahrhundert stand die Baukunst unstreitig auf ihrem höchsten Glanzpunkt. Die 
Moscheen von Kairo, der Alhambra, die Kirchen von Salisbury, Lincoln, Westminster, verrathen alle dieselbe 
Kunstfähigkeit einen kühnen schlagenden Effect in der allgemeinen Form, zugleich mit der sorgfaltigsten 
Kathedrale zu Walls. 
Vollendung in den Verzierungen hervorzubringen. In allen den genannten Bauten herrscht eine gewisse 
Familienällmlichkeit; und Wenn auch die Formen noch so verschieden sind, haben sie doch dieselben Prin- 
cipien zur Grundlage. In allen äussert sich dieselbe Sorgfalt im Entwurf der Hauptmassen der Composition, 
dieselbe Würdigung der wellenformigen Gestaltung, dieselbe richtige Beobachtung, der Naturprincipien in 
der Ornamentation, dieselbe Zierlichkeit und Verfeinerung in der Ausschmückung. 
Jeder Versuch in unserem Zeitalter ein Gebäude im Style des dreizehnten Jahrhunderts auszuführen, 
muss nothwendig fehlsclilagen. Uebertünchte Wände, G-lasmalereien und encaustische Kacheln sind nicht 
hinreichend um den Effeet zu erzielen, Welchen man zu jener Epoche zu erlangen vermochte, als jedes 
Gresims die Farbe trug, welche am besten geeignet war dessen Form zu entwickeln, als jeder Zoll Raumes, 
vom Boden bis zur Decke hinauf, mit angemessenen Ornamenten versehen, und der Gresammteffect über die 
Massen prachtvoll War. Ja, der Kunststyl hatte sich in jener Periode zu einem so glänzenden Hochpunkt 
emporgeschwungen, dass er, ermattet von der Anstrengung, auf dem Gipfel seiner Höhe erlag  das Feuer 
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