Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grammatik der Ornamente
Person:
Jones, Owen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1862676
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1865550
KELTISCHE 
ORNAMENTE. 
TAFEL 
LXV. 
SPIRALFOERMIGE, 
DIAGONALE, 
ZOOMORPHISCHE 
SPAETERE 
AN GELSAECHSISCHE 
ORNAMENTE. 
1. Anfangsbuchstabe, aus dem Evangeliarium zu Lindis- 
ferne. Ende des 7ie11 Jahrhunderts. Brittisches Mu- 
seum (vergrössert). 
Q. Ornamente von winkelförmigen Linien, aus dem gregori- 
sehen Evangeliarium (vergrössert). 
3. Verschlungene Thierflguren, aus dem Buch von Kells, in 
der Bibliothek von Trinity College, Dublin (vergrös- 
sert). 
4. Diagonales Muster. Evangeliarium des Mac Durnan in 
der Bibliothek des Lambeth Palastes. 9m Jahrhun- 
dert (vergrösseit). 
5 und 12. Spiralförmige Muster, aus dem Evangeliarium 
von Lindisfarne (vergrössert). 
6. Diagonale Muster aus dem irischen Manuscript zu St. 
Gallen. Qtßß Jahrhundert (vergrössert). 
7. Verschlungenes Ornament, aus demselben Manuscript 
wie das vorhergehende. 
8. Verschlungene Thieriiguren. Evangeliarium des Mac 
Durnan (vergrössert). 
9, 10, 13. Diagonale Muster. Evangeliarium des Mac 
Durnan (vergrössert). 
11. Diagonale Muster, aus dem Evangeliarium zu Lindis- 
farne (vergrössert). 
14. Rand zur Einfassung von verschlungenen Thierfiguren, 
aus dem Evangeliarium zu Lindisfarne (vergrössert). 
15 und 17. Felder mit verschlungenen Thier- und Vogel- 
üguren, aus dem irischen Evangeliarium zu St. Gallen. 
SWS oder QWS Jahrhundert. 
16. Grosses Q, in der Gestalt eines länglichten winkelförmi- 
gen Thieres, aus dem Psalrnbuch des Ricemarchus, 
Trinity Oollege, Dublin. Ende des lltsn Jahrhunderts. 
18. Viertel eines Rahmens oder Randes einer illuminirten 
Seite im Benedictionale des Aethelgar zu Rouen. 10W! 
J ahPh1lIJdCft.- SILVESTRE. 
19. Ditto, aus dem Arundel-Psalter, N0. 155, brittisches 
Museum-HUMPHREYS. 
20. Ditto, aus dem Evangeliarium des Canute im brittischen 
Museum. Ende des 10m1 Jahrhunderts. 
21. Ditto, aus dem Benedictionale des Aethelgar. 
22. Schlussornament von spiralförmiger Zeichnung mit Vö- 
geln. Stellt einen Theil eines grossen Anfangsbuch- 
staben im Evangeliarium von Lindisfarne dar (wirk- 
liche Grössey-Hunrnnmzs. 
KELTISCHE 
ORNAMENTE. 
DIE geniale Geisteskraft der Bewohner der brittischen Inseln äusserte sich von jeher durch Leistungen, die 
in ihrer Beschaffenheit und Stylart, von den Leistungen der übrigen Welt wesentlich abweichen. Die 
eigenthümlichen 
Charakterzüge 
gegenwärtig 
unterscheiden, Waren 
unsern Vorfahren, bis zu 
Grade eigen. 
den ältesten Zeiten hinauf, im selben 
Im Fach der schönen Künste 
treten unsere kolossalen 
druidischen Tempel mit überraschender Grösse hervor, den 
Beschauer 
füllend. 
Erstaunen 
spätem 
Zeiten verkündete sich dasselbe Genie für Denkmale von aufgerichteten Steinen, 
doch mit den Modiücatio- 
neu die der neue Glaube erheischte, und äusserte 
Gestalt von 
riesenmässigen 
Steinkreuzen, oft 
dreissig 
Fuss hoch, 
sorgfältig ausgehauen, und 
mit Devisen verziert, deren Stylart von der aller andern 
Nationen unterschieden ist. 
Die ältesten Monumente und Reste der Verzierungskunst die 
besitzen 
zahlreicher 
als man Wohl im Allgemeinen glaubt), stehen in so enger Verbindung mit der ersten Einführung des Chris- 
tenthurns in die brittischen Inselnfß dass wir nothwendig die Entwickelung des neuen Glaubens daselbst 
berühren werden müssen, Während 
bestreben 
Geschichte 
Eigenheiten 
keltischen 
Kunst auseinander zu setzen: ein Unternehmen zu dessen Ausführung bis jetzt noch kaum ein Versuch 
gemacht worden ist, und doch ist es eine Aufgabe die, vom Gesichtspunkt ihrer nationalen Wichtigkeit 
betrachtet, ein ebenso lebhaftes Interesse, als die Geschichte der Verzierungskunst irgend eines andern 
Landes 
darbieten muss. 
1. HISTORISCHE BEWEISE._Wir wollen uns hier gar nicht darauf einlassen die verschiedenen Angaben 
der Historiker, hinsichtlich der Einführung der christlichen Religion in Grossbrittanien zu erörtern, oder mit 
einander zu vereinbaren, da wir, ganz abgesehen von dem Zeugnisse der Geschichtsschreiber, hinlängliche 
Beweise haben, dass das Christenthum schon lange vor der Ankunft St. Augustiifs, im Jahre 596, im Lande 
4' Die heidnisch-keltischen Reste zu Gavi" Innis in Bretagne, zu New Grange in Irland, und ein druidisches Monument bei 
Harleuh, in Wallis, verrathen einen gewissen rauben Versuch der Verzierung, die hauptsächlich aus eingeschnittenen spiralförmigen 
oder kreisrunden und winkelfdrmigen Linien besteht.
        

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