Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grammatik der Ornamente
Person:
Jones, Owen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1862676
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1865443
CHINESISCHE ORNAMENTE. 
verletzen, so unkünstlerisch sie übrigens ausgeführt sein mögen. In ihren geblümten Mustern beobachten 
sie durchgehends die Naturgesetze der Strahlung vom Mutterstamm und der tangentförmigen Krümmungen. 
Dies ist übrigens ganz natürlich, indem die getreue Nachbildung zu den Eigenheiten der Chinesen gehört, 
daher sie als genaue Beobachter der Natur nicht verfehlen können, die Gesetze derselben genau zu befolgen; 
was ihnen mangelt, ist das Vermögen die Natur zu idealisiren. 
Wir haben schon im Capitel der griechischen Ornamente auf die chinesischen Mäander hingewiesen. 
N0. 1, Tafel LXI., ist ein ununterbrochener, den griechischen gleichkommender lWIäander; die Nummern 
2-9, 18 sind unregelmälssige Zinnfriese; N0. 4, Tafel LX., ist ein merkwürdiger Mäander mit gebogenem 
Ende. 
Im Ganzen genommen sind die chinesichen Ornamente ein treues Abbild der Natur dieses eigenthüm- 
liehen Volkes, und der hervorragendste Charakterzug derselben ist die Seltsamkeit,_wir könnten sie nicht 
launenhaft nennen, denn Launenhaftigkeit ist der ungezwungene spielhafte Lauf einer lebhaften Einbil- 
dungskraft, eine Eigenschaft die den unerfinderischen Chinesen fremd ist, daher es auch ihren Werken an 
der höchsten Anmuth in der Kunst, nämlich an der idealen Auffassung, gänzlich fehlt.
        

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