Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grammatik der Ornamente
Person:
Jones, Owen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1862676
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1863308
PROPOSITIONEN. 
grün (Grün und Purpur), 24;  im 
Ganzen 64. 
Es folgt also dass:  
Jede secundäre, die aus zwei Grund- 
farben zusammengesetzt ist, durch die 
bleibende Grundfarbe im selben Verhält- 
nisse neutralisirt wird: also 8 Orange 
durch 8 Blau, 11 Green durch 5 Roth, 
13 Purpur durch 3 Gelb. 
Jede tertiäre die eine gezweite Zusam- 
mensetzung zweier secundären ist, wird 
durch die bleibende secundäre neutrali- 
sirt, und zwar 24 Olivengrün durch 8 
Orange, 21 Braunroth durch 11 Grün, 
19 Citrongelb durch 13 Purpur. 
PROPOSITION 19. 
Das obige ist in der Voraussetzung, dass die Far- 
ben in ihrer prismatischen Intensität angewen- 
det werden, aber jede Farbe bietet eine grosse 
Mannichfaltigkeit des Tones dar, wenn sie mit 
Weiss gemischt wird, und die verschiedensten 
Schattirunyen wenn sie mit Grau oder Schwarz 
gemischt wird. 
Wenn eine volle Farbe mit einer andern 
V0I1 matterni Tone contrastirt wird, so 
muss die Flächenausdehnung der letztern 
verhältnissmässig vergrössert werden. 
PROPOSITION 21. 
Bei der Anwendung der Grundfarben 
auf modellirte Oberiiächen, sollte Blau, 
die sich zurückziehende gedämpfte Farbe, 
auf den concaven Oberiiächen, Gelb, die 
hervorragende auf den convexen; und 
Roth, die Mittelfarbe, auf den Untersei- 
ten angebracht Werden; indem man die 
Farben mit Weiss auf den senkrechten 
Flächen von einander absondert. 
Wenn man die in Proposition 18 verlangten Ver- 
hältnisse nicht erlangen kann, so kann das 
Gleichgewicht Inittclst einer Veränderung der 
Farben selbst hergestellt werden: sollte z. B. 
die zu färbende Oberfläche zu viel Gelb abge- 
ben, so muss das Roth mehr Hochroth und das 
Blau mehr Purpur gemacht werden-das 
heisst, man muss das Gelb daraus entfer- 
nen; ebenso wenn die Oberflächen zu viel Blau 
abgeben, muss man das Gelb mehr Orange und 
das Roth mehr Scharlach-roth machen. 
PROPOSITION 22. 
Die verschiedenen Farben sollten der- 
art mit einander verschmolzen werden, 
dass die colorirten Gegenstände, aus der 
Entfernung angesehen, einen neutralisir- 
ten Glanz darstellen. 
PROPOSITION 23. 
Ueber die 
Stellenwelche 
die vershiede- 
nen Farben 
einnehmen 
sollten. 
Ueber Con- 
 tg-act und bar- 
manische 
 Aequivalen- 
 ten des Tones 
 der Schatti- 
 rungen und 
Tinten. 
PROPOSITION 20. 
Jede Farbe hat eine Mannichfaltigkeit von Tinten 
die aus der Zuuiiscbung anderer Farben ent- 
stehen, die ausser dem Weiss, Grau oder 
Schwarz, noch hinzugethan werden: so hat 
man von Gelb_Orange-gelb auf der einen 
Seite und Citron-gelb auf der andern; ebenso 
    
und in jeder von diesen insbesondere jede mög- 
liche Verschiedenheit des Tons und der Schat- 
tiruny. 
Wenn eine mittelst einer andern 
ursprünglichen Farbe schattirte Grund- 
farbe mit einer secundären contrastirt 
Wlrd, S0 muss diese secundäre eine Tinte 
der dritten Grundfarbe haben. 
Keine Composition kann je vollkom- 
men sein in der irgend eine der drei 
Grundfarben fehlt, entweder im natür- 
lichen Zustande oder im Zustande der 
Combination. 
PROPOSITION 24.  
Wenn zwei Tonarten derselben Farbe 
neben einander gesetzt werden, so wird 
die helle Farbe heller, und die dunkle 
dunkler erscheinen. 
 PROPOSITION 25. 
Wenn zwei verschiedene Farben 
nebeneinander gesetzt werden, erleiden 
sie eine. zweifache Modiiication: erstens 
Gesetz der 
gleichzeitigen 
Contraste der 
Farben, vom 
Herrn Chev- 
reul abgelei- 
tat.
        

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