Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grammatik der Ornamente
Person:
Jones, Owen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1862676
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1864461
ARABISCHE 
ORNAMENTE. 
ersten Blick, und doch stehen dieselben den zur selben Epoche gehörigen Verzierungen des Alhaxnbra 
bedeutend nach. Die Araber haben, in der Vollkommenheit der Masseneintheilung und in der Schmiickung 
der Oberflächen der Ornamente, es nie so weit gebracht als die Mauren, die sich darin besonders auszeich- 
neten. Derselbe Instinkt liegt beiden zu Grunde, aber die Durchführung ist bei den Arabern bei weitem 
nicht so gut. In den maurischen Ornamenten ist das Verhältniss der F lächenräume der Verzierungen 
immer im vollkommensten Ebenmass mit der Grundiiäche; man sieht weder Lücken noch Löcher. In der 
Ausschmiickung der Oberflächen des Ornaments entwickelten die Mauren ebenfalls eine überlegene Fähig- 
keit, und Sie verstanden es besser die Einförmigkeit zu vermeiden. Um den Unterschied deutlich darzuthun, 
Wiederholen wir hier das Muster N0. 12, Tafel XXXIII., und, zum Vergleich mit demselben, geben wir 
zwei Varietäten bunter Rautenmuster vom Alhambra. 
 
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Mmurisch. 
ES findet sich in der maurischen Schmückungsweise der Oberflächen noch eine andere läigeällelti, 
nämlich, dass die Muster oft auf zwei, und zuweilen auf drei Ebenen gezeichnet Wärelb Indem le änd- 
mente der oberen Ebene kühn und frei über die Masse hin vertheilt wurden, wahrend die iier zierten 
Ebene sich mit den Verzierungen der ersten verwebten, und zugleich die Oberüache auf der lieterfzlitetahii 
schmückten. In Folge dieser sinnreichen Einrichtung behält ein Ornament, aus der Ferne de-ra eiclisten 
ganze Fülle des Effects, während man, bei näherer Besichtigung desselben, die herrlichsten Iläb Slfillnnrh n eine 
Verzierungen gewahr wird. Im Allgemeinen, zeigte sich in der maurischen Behandlnßg dero er acntlin der 
grössere Maniiichfaltigkeit; die Federverzierung, die einen so liervorragßnden. Zug n? den mameXXXII 
Tafeln XXXII. und XXXIII. bildet, war mit schlichten Oberflächen untermischt, wie man Tafel  M t 11-, 
NO- 17, 18, und '32, sehen kann. Das Ornament N0. 13, Tafel XXXIIL, ist eine durchbrocheiie  e; : 
ßrbeit und kommt der Vollkommenheit in der Masseneintheilung der maurischen Formen sehr nahe , es o enl 
hilft sich darin die verhältnissmässige Abnahme der Formen gegen den Mittelpunkt des Mlfsters hm, W16? alllclä 
leneS feste, von denlMauren nie übertretene Gesetz, dass jedes Ornament, so tiern esnauch sei undä so VePWIC e 
auch das Muster sein möge, immer zu seinem Zweig und seiner Wurzel zuriiekgefllhrliweliden awgrten zu- 
Der Hauptunterschied zwischen dem arabischen und maurischen Styl lasst sich" in urzen d M man 
Sammen fassen: die constructivenTheile der arabischen Kunst sind großartiger, während dm er i a 
einen höhem Grad der Verfeingrung und der Zierlichkeit besitzen.   
Die ausgezeichnet schönen Ornamente der Tafel XXXIV., aus einem Exemplar deshäilloraäulsifiirilgrläi 
einen vollkommenen Begriff der decorativen Kunst der Araber. Wären die Blumen nie 1115 55; ö
        

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