Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grammatik der Ornamente
Person:
Jones, Owen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1862676
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1864454
ARABISOHE 
ORNAMENTE. 
principien sind dieselben. Diese Ornamente stellen die erste Stufe der Verzierung der Oherliächen dar. 
Sie sind von Gips, und die Muster wurden auf der zu schmiickenden, sorgfältig geebneten Oberfläche, 
während diese noch geschmeidig war, entweder eingedruckt oder gezeichnet, und zwar mittelst eines 
stumpfen Werkzeuges, das beim Einschneiden zugleich die Ränder etwas abrundete. Man sieht beim 
ersten Blicke, dass die Principien der vom Mutterstamme ausgehenden Strahlung, so wie auch die tangen- 
tenförmige Krümmung der Linien beobachtet wurde, entweder als eine griechisch-römische Tradition, oder 
als Folge ihrer eigenen Beobachtung der Natur.  
Viele unter den Mustern, wie z. B. die Nummern 2, 3, 4, 5, 12, 13, 32, 33, Veffatllell Wohl noch Spuren 
des griechischen Ursprungs: nämlich, zwei Blumen, oder eine nach oben und eine nach unten gewendete 
 
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Arabisch. 
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Griechisch. 
 
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Blume an beiden Enden des Stiels; der Unterschied jedoch besteht darin, dass bei den Griechen die Blätter 
oder Blumen keinen Theil der Rankenverzierung ausmachten, sondern aus derselben entsprangen, während 
bei den Arabern der Schnörkel zum Mittelblatt Wurde. N0. 37 zeigt die ununterbrochene, von den Römern 
abgeleitete Rankenverzierung, worin jedoch die, den römischen Ornamenten so eigenthümliche Abtheilung 
bei jeder Wendung der Schnörkel, hinweggelassen ist. Das hier dargestellte Ornament von der Sophien- 
kirche zeigt eines der ersten Beispiele dieser Abänderung.  
Die senkrechten Muster dieser Tafel, die grösstentheils den Fensterlaibungen entnommen sind, und 
daher eine aufwärts strebende Tendenz haben, können als der Keim von allen den schönen Zeichnungen 
dieser Art betrachtet werden, wo die Muster durch das wiederholte Nebeneinandersetzen derselben Zeich- 
nung sich vervielfältigen. Einige der Muster dieser Tafel hätten Wir nach den Seiten hin doppelt darstellen 
sollen, doch haben wir die Wiederholung ausgelassen um eine desto grössere Menge von Varietäten geben 
zu können.  
Mit Ausnahme des mittlern Ornaments der Tafel XXXII., welches von derselben Moschee als die 
Ornamente der vorhergehenden Tafel entnommen ist, gehören alle die Verzierungen der Tafel XXXIL, 
XXXIII. und XXXIV. dem dreizehnten Jahrhundert an, und sind daher um vier hundert Jahre jünger, als 
die Ornamente der llloschee Tulun. Die in diesem Zeitraume gemachten Fortschritte zeigen sich beim 
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