Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1856036
Schulen 
auf historischer 
Grundlage. 
Gebäude zu Cambridge, 1844 von Wyatt und Branden, einstöckig, in Anlehnung an die Basilika des 
Palladio und mit viel Oberlichträumen versehen, die Kohlenbörse in London, von B um ming 1849 vollendet, 
in der Mitte eine kreisrunde Halle mit eisernen Galerien enthaltend und mit eisernem Kuppeldach 
geschlossen; das Gebäude zeigt antikisierende Stilformen mit Barocken-Übergangen. 
Neben den genannten Stilrichtungen kommen Wiederaufnahmen der englischen Frührenaissance 
vor, wie beispielsweise an einem Pfarrhause in der Grafschaft Wiltshire von Alexander; dasselbe zeigt 
den Elisabethstil in überwiegend mittelalterlicher Auffassung. 
Owen Jones (1809-1874) ist hauptsächlich durch sein grosses Werk über die Alhambra 
bekannt geworden, ausgeführte Bauten sind von ihm wenige vorhanden, desto bedeutender sind seine 
Leistungen auf dem Felde des Kunstgewerbes. In Sydenhanl Palace sind einzelne Höfe von ihm ausgeführt, 
im South-Kensington Museum wieder die chinesischen und indischen Höfe. Für das Kunstgewerbe hat Jones 
Entwürfe zu Teppichen, Tapeten, Möbeln u. a. geschaffen. Besonders erheben sich seine Tleppichentwürfe 
in ihrer Verschmelzung der streng maurischen Linienführung mit leichten indischen Pflanzenmotiven zu 
wahren Kunstwerken. Jones führte zuerst den aus dem Material hergeleiteten Stil in die Ornamentierung 
ein, entsprechend den im Semperschen "Stil" entwickelten Prinzipien. 
Die Hauptvertreter der Gotik waren Gilbert Scott, Street, Barry und Waterhouse; 
daneben behauptet die Renaissance ihren Platz, besonders an den Wohnbauten. Gil bert S cott (1811 bis 
1878) hat eine grosse Anzahl Bauten in Renaissance und Gotik ausgeführt. Das Albert-Monument im 
Hyde Park in London, ist eine seiner populärsten gotischen Schöpfungen. Auf einer breiten Terrasse erhebt 
sich über einem Sockel eine vierseitige offene Halle, in derselben die Statue des Prinzregenten. Die vier 
Säulen der Halle sind durch Spitzbogen verbunden und tragen das Deckengewölbe, über den Giebeln der 
Arkaden folgt eine durchbrochene Spitze. Das Monument ist mit reichem Figurenschmuck versehen. 
In Deutschland ist Scott durch die Nikolaikirche für Hamburg bekannt geworden. In England sind 
von ihm zu nennen: die Universität in Glasgow, der Bahnhof St. Pancras in London, und mit Wyatt 
zusammen die Regierungsgebaude in Whitehall in London, in Renaissance. Die Parlamentshäuser in London 
von Charles Barry, seit 1840, zeigen im Äusseren eine langweilige Perpendikulargotik, auch das mit 
vielem Aufwand ausgestattete Innere erscheint ziemlich monoton. Edw ard Middleton Barry (1831 
bis 1880), der Sohn des vorigen, hat 1863-65 die Hotels des Charing Cross Bahnhofs und 1864-66 
die des Cannon Street Bahnhofs in London erbaut. 
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gehen in England drei Stilrichtungen nebeneinander her: 
Klassik oder Hochrenaissance, Gotik und Queen-Annie oder Frührenaissance; der letztere Stil wirkt 
durch malerische Gruppierung der sonst schlichten, mit wenigem Detail ausgestatteten Ziegelbauten; 
steile Dächer und Giebel, hohe Schornsteine und Dachhauhen sind die wirksamsten Kunstmittel für den 
Aufbau. The Old Bank, Altringham, Gheshire von Geo Tracfitt (Abb. 24) zeigt einen Oberbau von 
Fachwerk auf einem steinernen Untergeschoss; auch hier erscheinen die Gruppierung der Massen, die 
Anordnung der Erkerailsbauten und Dachgiebel, der hohe Aufbau der Schornsteine u. a. als wirkliche 
Kunstmittel zur Belebung des Gebäudes. In dem schlichten Quaderbau des Erdgeschosses sind die geradlinig 
überdeckten Fenster mit vertiefter Profllierung eingeschnitten und enthalten Steinkreuze. Der Steinbau 
setzt sich im Obergeschosse noch in den Erkern fort und zeigt antikisierende Gesimsproflle und Konsolen. 
Der ldachwerksoberbau ist ähnlich wie der im westlichen Deutschland übliche durch eine Musterung der 
Fache mittels gebogener und teilweise ausgeschnittener Riegelhölzer belebt, Schnitzereien sind nur an 
den Giebelschwellen und Windbrettern angebracht. Schooters Hill, Maytield von Ewan Christian 
(Abb. 25) ist wieder ein Fachwerksbau, ähnlich durchgebildet wie der vorige; doch ist hier der malerische 
Gesamtcharakter durch das Überkragen der oberen Stockwerke gesteigert, und auch die Saumschwellen, 
sowie die Überhiinge der Giebel sind reich mit Schnitzwerk ausgestattet. Der Wert der Birmingham
        

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