Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1855934
Schulen 
historischer 
Grundlage. 
Mythologie und der historischen Monumental-Plastik. Gustave Crank (geb. 1827) benutzt dasselbe 
Stoffgebiet, und versteht sich auf den lebhaften Ausdruck der Individualität.  
Auf dem Gebiete der Malerei kam, wie in der Litteratur, der Kampf zwischen der romantischen 
und klassischen Richtung zum schärfsten Ausdrucke: Gericault, Delacroix und Delaroche hatten 
die öffentliche Meinung für sich gewonnen, der Klassiker Ingres stand einsam und eine Zeit lang 
verlassen diesem Stürme gegenüber. Indes schloss Ingres die klassische Richtung keineswegs ab, er 
übte eine tiefgehende Wirkung auf die nächste Generation, die endlich bemüht war die (iegensätze zu 
versöhnen. Jean Auguste Dominique Ingres (1780, f 1867) war ein Schüler Davids und studierte 
gleichzeitig mit Begeisterung die Werke Raifaels. Die von Ingres 1810 bis 1820 gemalten Bilder zeigen 
die entschiedene Anlehnung an den grossen Meister der italienischen Hochrenaissance, in der stilvollen 
Zeichnung und in einer gewissen Hintansetzung des Kolorits. 1810 entstand „der Papst ein Hochamt 
in der sixtinischen Kapelle celebrierend", ein glänzendes Bild römischen Lebens, 1812 die Yerlobung 
Raffaels mit der Nichte des Kardinals Bibiena, 1813 Ralfael und die Fornarina, 1817 Heinrich IV. mit 
seinen Kindern spielend, 1818 Philipp V. und der Marschall von Berwick, der Tod Lionardo da Vinis, 
1814 die liegende Odaliske, 1819 Angelika von Rüdiger befreit, etwas opernhaft aber in der Angelika 
das Ideal der mittelalterlichen Frau wiedergebend, endlich 1820 Christus die Schlüssel an St. Peter 
übergebend, als Altarbild für die Kirche Santa T rinita dei Monti in Rom bestimmt, jetzt in Paris, ernst und 
energisch, in Anlehnung an Raffael, aber mit einem Gefühl römischer Grösse aufgefasst. Das 1824 in 
Florenz gemalte „Gelübde Louis XIII." erinnert wieder stark an raffaelische Studien. Nach Paris zurück- 
gekehrt, erhielt Ingres den Auftrag ein Deckenbild für den Louvre zu malen, die „Apotheose Homers". 
Das Bild ist reliefartig angeordnet und zeigt Homer von grossen Männern aller Zeiten umgeben, die 
Personifikationen der Ilias und Odyssee zu seinen F üssen sitzend, das Ganze im Unbestimmten schwebend 
und ohne Handlung, durchaus nicht in der Art eines Deckenbildes aufgefasst. Die Apotheose ist später 
von der Decke abgenommen und als Wandbild aufgestellt. Eine der berühmtesten Schöpfungen Ingres 
ist die „Quellea, ein nacktes Mädchen mit einer Urne vor einem umschatteten Felsen, meisterhaft in 
der Wiedergabe kühler, keuscher Schönheit, ganz ohne den in der französischen Malerei des Xackten 
beliebten sinnlichen Reiz, allerdings in übertriebener Glätte der Malerei. Hippolyte Flandrin 
(1809-1864), der hervorragendste Schüler von Ingres, wurde der Wiederhersteller der französischen 
Freskomalerei. Er ging indes, etwa parallel mit den deutschen Nazarenern, auf das Studium der 
präraHaelitischen Meister Italiens zurück und schlug damit eine Seite an, die sich in dem koloristischen 
Streben der französischen Schulen gegenüber nicht halten konnte. Flandrin hat eine grosse Anzahl 
kirchlicher Freskomalereien geschaffen: 1841 drei Wandgemälde, die Berufung der Apostel Johannes und 
Jacobus, das Abendmahl und die Apocalypse für die Kirche St. Severin, 1842 die Ausmalung der Kirche 
St. Germain-des-Pres, welche mit 2 auf Goldgrunrl ausgeführten Wandgemälden, dem „Einzug Christi 
in Jerusalem" und der "Kreuztragung" begann, endlich der Cyklus von männlichen und weiblichen 
Heiligen, welche die Oberwände des Mittelschilfs von St. Vincent-de-Paul schmücken. "Es verrät sich 
besonders in dieser letzteren Komposition das Studium byzantinischer Mosaikgemälde. Sein bestes 
Stalfeleibild ist der "heilige Clarus, die Blinden heilend" (1837) für die Kathedrale von Nantes. Victor 
Orsel, Alfons Perin und Amaury Duval schlossen sich noch enger wie Flandrin an die 
präraffaelitischen Maler an, bis auf Fiesole zurückgehend. Henri Lehm ann (1814-1882), ein Schüler 
von In gr es, bleibt der klassizistischen Richtung seines Meisters getreu. Eine heil. Katharina von 
Engeln durch die Lüfte getragen (1840) machte ihn bekannt. Darauf folgte 1842 die Geisselung Christi, 
1846 Hamlet und Ophelia, 1851 die Okeaniden den Prometheus beklagend; letztere sind theatralisch und 
treffen nicht den tragischen Inhalt der antiken Mythe. Ausserdem hat Lehmann eine Anzahl Fresken 
in Kirchen und im Festsaale des abgebrannten Hotel de Ville geschaffen.
        

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