Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1855922
Frankreich. 
Ausdruck schlichter naiver Empfindung aus. Zu den Schülern Pradiers gehört Charles Simart 
(1806-1857), der zugleich ein Schüler von In gres war. Ein Orest von den Furien gejagt (1840) zeichnet 
sich durch streng klassische Formenbehandlung aus. Ausserdem hat er die Statue der Philosophie, die 
Karyatiden am Louvre, die Statue Napoleons I. für die Gruft im Invalidendom u. a. geliefert. Den 
archäologischen Forschungen folgend, hat er 1855 die polychrome Statue einer Minerva in Gold und 
Elfenbein, also ein chryselephantines Werk in der Technik der Alten, hergestellt. Eugene Guillaume 
(geb. 1827), ein anderer Schüler Pradiers, wird herb und streng in seinem Theseus, der das Schwert 
seines Vaters findet. Andere seiner Schöpfungen, wie die Statue eines im Sessel schlafenden Anakreon 
(1852), die Büste einer römischen Hausfrau (1876), die Freigruppe eines römischen Brautpaares, zeigen 
ein eingehendes Verständnis der römischen Antike und verbinden sich mit einem massvollen Realismus. 
Auch Guillaume hat polychrome Statuen geliefert: Napoleon I. (1867) und die Statue Ludwigs des 
Marmorfries 
von Pradier, aus dem 
Nach L'Art pour tous. 
Schlosse 
Versailles. 
Heiligen für den Justizpalast (1878). Eine Anzahl Idealiiguren von ihm sind weniger gelungen. Ein 
Vertreter der Pradiersehen Richtung im modernsten Sinne, gewissermassen die letzten Konsequenzen 
ziehend, ist Jean Baptiste Auguste Clesinger (1814-1-1883); er verfügt über alle Feinheiten der 
Technik und geht durchaus auf schmeichlerischen Sinnenreiz aus. Seine bekanntesten Werke sind eine 
Sappho (1859), polychromiert und goldgeschmückt, die ruhende Diana (1861), eine Kleopatra vor Cäsar 
erscheinend, aus verschiedenartigen Marmorarten und Email zusammengesetzt (1869), die Statue der 
Phryne mit Gold und Juwelen überreich behangen (1873), endlich die polyehromierte Bronzestatue einer 
Tänzerin (1888). Mehr oder weniger missglückt sind seine idealen und monumentalen Schöpfungen, 
Auguste Courtet (geb. 1825) arbeitet in ähnlicher Richtung, er zeigt zugleich ein eingehendes Natur- 
studium der nackten Formen. Von ihm sind: eine Geburt der Venus, die Tänzerin von Herculanuin, 
die Poesie des Tanzes u. a. Eugene Louis Lequesne (geb. 1815) bewegt sich im Kreise der antiken 
Ehe, Dekorationsformen des 19. Jahrhunderts. 7
        

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