Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1855806
Frankreich. 
Motiven. Zugleich ist es jedoch wieder der Privatbau in dem sich die Rückkehr zur nationalen Renaissance 
vorbereitet, ganz ähnlich, wie dies später in Deutschland bei der Wiederaufnahme der Deutsch-Renaissance 
der Fall ist. Die Raumteilung im Innern der Wohnhäuser zeigt sich in unglaublicher Kleinheit. An den 
Fassaden erscheinen über den Fenstern, zu den Seiten derselben, an den Gesimsen, kurz überall, Ornamente, 
Figuren, Chimären, ziemlich regellos verstreut. Öfter sind die übereinander liegenden Fenster zusammen- 
gezogen und in den Gliederungen durchgekröpft. Ein Haus, von Dusillion 1835 in der Rue de Vaneau 
zu Paris erbaut, zeigt die Formen der französischen Renaissance, allerdings noch sehr ungeschickt ver- 
Abb. 
Ville 
Treppenhaus m Hötel de 
Nach Victor Ualliat. 
zu Paris. 
wendet. Grau erbaut 1838 ein Restaurant in der Nahe des Schlosses St. Germain im Stile Henri IV, 
etwas akademisch, aber im ganzen wirkungsvoll, dann ein Wachthaus am Bastille-Platz mit grossen 
Rundbogen der Vorhalle, Reliefs in den Bogenzwickeln aus modernen Waffen und Fahnen zusammen- 
gestellt; zugleich sind romantische Motive etwas spielend verwendet, wie Schiessscharten in verjüngtein 
Wassstabe und dergleichen. Ein Treibhaus bei Marseille von Leconite zeigt eine massig behandelte 
französische Renaissance. Ähnlich ist von demselben ein Wohnhaus bei Niort, welches auch auf sächsische 
Bauten eingewirkt zu haben scheint. Der Empfangssaal im Sehlosse zu Compiegne (Abb. 18) und der 
Börsensaal zu Lyon (Abb. 19) zeigen ein ähnliches Zurückgreifen auf die Formen der französischen Hoch- 
renaissance, wie dieselbe im Hötel de Ville zu Paris zu bemerken war.
        

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