Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1855543
Frankreich. 
herrschte als Hauptmotiv die Saulenhalle mit Giebel, im Innern liessen sich allerdings die römischen 
Gewölbformen nicht ganz vermeiden. Die Bürgerhäuser erhielten ein düsteres, ernstes Ansehen und 
zeigten Motive aus Rom, Pästwn und selbst aus den ägyptischen Tempeln. Der Gesamtcharaläter des 
Äusseren mit seinen stark gequaderten Unterbauten, den grottenartigen Einfahrten und den als Felspartien 
gebildeten Hofseiten war frostig und unbelebt. 
In der Ornamentik des Empirestils kam die gerade Linie für alle Teilungen und Einrahmungen 
zur unbedingten Herrschaft; dieselbe hatte schon im Stil Ludwig XVI. eine ausgedehnte Anwendung 
Saal im 
Sehlosse 
Malmaison. 
gefunden, aber sie trat damals noch in Verbindung mit einem zartbehandelten naturalistischen Blumenwerk 
auf. Als der Empirestil sich auch dieser anmutigen Zuthat entledigte, war eine gewisse Starrheit der 
Formen die unvermeidliche Folge. Im engen Anschlusse an die römischen und pompejanischen Muster, 
in der Wiederholung eines schwer behandelten Akanthusrankenwerks, geben die Ornamentiker der Empirezeit 
die eigene Erfindung in den Details so ziemlich ganz auf und geraten in dieser Beziehnung in entschiedenen 
Nachteil gegen die früheren Renaissanceperioden, welche im ganzen Verlaufe derselben eine gewisse Selb- 
ständigkeit der Auffassung gewahrt hatten. So gab zwar G. Paul Cauvet, der erste, der in seinem 
Recueil diOrnaments, Paris 1777, antike Muster verführte, ein Rankenwerk von klassischem Gepräge, 
aber doch von individueller Auifassung. Derartige Versuche selbständiger Eründung kommen nun
        

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