Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1857408
Dekorative 
Malerei. 
Die F reilichtmalerei hat sich besonders günstig für die Wandfresken erwiesen, da mit ihr die Wieder- 
gabe der Lichtwirkungen, des strahlenden Silbertons, den wir an den Wandfresken Tiepolos und seiner 
Zeitgenossen bewundern, wieder in sein Recht tritt; ausserdem ist in den Malwerken dieser Art die deko- 
rative Auffassung der Neuzeit so recl1t am Platze.  
Ein Beispiel tief poetischer Stimmung gibt ein Wand- 
bild von Puvis de Ch avannes in Paris für die       
Boston Library (The Studio); dasselbe stellt den x   5  
Dichter Vergil, in einer Landschaft unterfnschlanken   A, 
Lorbeerstamnien Wandelnd, dar (Abb. 67). überhaupt {ins "v. Iaväfilä);  w?   
hat der kürzlich verstorbene Puvis de Chavannes   ßf;     
für Frankreich die Prinzipien einer neuen dekorativen  ' j'    [ß  _i 
Malerei festgestellt.  g  i   
Die im Anschlüsse an die Malerei entwickelte     
Buchillustration sowie das Plakatwesen sind hier nur i;      J      
kurz zu berühren. Jener kam die japanische, realis-         x 
tische Art in der Wiedergabe der Pflanzenwelt zu i"          
nutze; und es bildete sich bald auch bei den euro-  ii     Öi    
päischen Künstlern eine eigene Handschrift für die       "i.  'i     
Darstellung von Blatt und Blüte, ähnlich wie sie   .  i     i, 
seinerzeit die Kleinmeister der Renaissance besassen. v,     w    
Das Plakatwesen wurde erst in neuester Zeit ganz     55.5     
für den Bereich der Kunst zurückerobert. Es kann T ijii-  a 35    
indes nicht verirvundern, dass wirklich geistreiche neue           
Erfindungen auf diesem Gebiete gegen die manie-          
rierten Nachahmungen des Japanischen in der Minder-         
heit blieben. Die Staffierung des Vordergrundes    ii 
mit grossen Blumen und Blättern, hinter welche sich         
das Figürliche zum Teil versteckt, wird nur allzu- 1  
oft ausgebeutet, und namentlich spielen die meist     
unbelaubt, parallel aufsteigenden Baumstämme eine      f, 'I 
zu aufdringliche Rolle. Zu den fruchtbarsten Buch-     ii p 
illustratoren gehört in England Walter Crane;    i 1.,   
er hat eine grosse Anzahl reizender Bilderbücher für -     
Kinder geliefert. Crane folgte als Maler anfangs   
der in England sehr verbreiteten praraffaelitischen  , v!  i   
Richtung, als jedoch gegen Mitte der sechziger Jahre  q- "i"  gv;  
die japanischen Buntdrucke allgemeiner bekannt wur-  4  3   
den, gaben ihm diese eine bedeutende Anregung für     
äeine dekorativen Zeichnungen. In seinen Malwerken Abb. 67' Wandbüd: Vergü von Puvis de Chavannes. 
ielt SlCll C1 ane immer noch an Benozzo Gozzoli Im], The stumm 
und Mantegna, studierte indes gleichzeitig nach 
Dürer, aber auch nach den Parthenon-Skulpturen im Britisch Museum. Seit dem Ende der achtziger 
Jahre wandte sich Crane mit grossem Erfolge den Entwürfen kunstgewerblicher Gegenstände im neuen 
Stile zu, und hat in dieser Richtung Schule gemacht. Seine Tapetenentwürfe sind schon oben erwähnt. 
Die Staffeleibilder Cranes sind meist allegorischen und symbolischen Inhalts, und gehen vielleicht in
        

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