Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1857232
Moderne. 
München errichteten Gebäude, ein Messner- und Chorregentenhaus und der Pfarrhof, sind einfache 
Putzbauten mit Ziegeldacli. Das zweistöckige Messnerhaiis, im Plan ein einfaches Rechteck bildend, ist 
zweistöckig mit gerade geschlossenen Fenstern und hat an der Front einen geschweiften Mittelgiebel 
mit Abwalmung des oberen Teils. Von demselben Architekten sind in München ein Feuerhaus, 
ein Turbinenliaus und ein Schulhaus ausgeführt, 
  g   sämtlich als Putzbauten in massig gegliedertem 
. 1.. H es    
  fiiiälsß      Innen-Architektur. 
       
   I)ie architektonische Dekoration des Inneren der 
Q    Räume steht iin innigsten Zusainmenhange mit dem 
 jiiY-       Kunsthandwerk, welches die Bestandteile der Flachen- 
     dekoration,Wandteppiche, illapiertapeten, ornamentale 
i?     _   Malereien, Holzarbeiten, Kunstverglasungen u. a. 
  ,      liefert, und bietet deshalb der neuen Richtung mehr 
 {l    (irelegenlieit zur Retliatigung, als dies am ÄUISSGTH 
        m;- g,  (1 Jn an  11a, L 33,11]    
   gungen den andereif iNationen vorinigegangen, indes 
 darf man zweifeln, ob sie in manchen Fällen den 
 Ä      iiiiiwiiiiiifiiiiilii richtigen Ausdruck für ein behagliches Heim getroffen 
 l      haben, oder 0b sie nicht vielmehr, namentlich in 
  i Ü     ihren Taieteninustern in ein Übermass des Bedeu- 
      t  111 1 1 1 ilb  1-0. W- 1c d , {zu 
(w, I L], x     s;  iingsvo Ten unc cesia 1111111115 lr ren Ien iei a en 
   w,     sind. Yielen unechte allenfalls eine inonocliroiiie 
      f  f;   Zinimerwand willkommener sein, als ein die Phantasie 
lf  u   ifiifiiiiisii    aufregendes Figurengewirr, wie es mehrere der eng- 
  n       llischen Tapetenmuster bieten. Mit dieser gegenidie 
    Uberhaufung der Motive gerichteten Kritik soll nicht 
   .    ;  etwa dem Schablonenhaften in der Gestaltung der 
 " iii"          Hi"  Wohnräume das Wort geredet werden, vielmehr ist die 
       Notwendigkeit einer Reaktion gegen die philiströse 
ä Langweiligläeit der solgenalnnten Ägjuten Stubgnw duräh- 
aus anzuer rennen. uc (18 neigung gegen as 
Abb- 53- BakePS ShQP 11111191195 mitwandmalerßi VOH allzu üppige Überwuchern der Stuckdekoration, wie 
Hanäiä Eädstsäiespin" dasselbe in letzter Zeit durch die Wiederaufnahme 
 iiii des Barockstils üblich geworden war, erscheint ganz 
gerechtfertigt. Indes kann das, was einzelne, neuere englische Architekten an die Stelle des früheren 
setzen wollen, doch nur wenig befriedigen. S0 giebt beispielsweise C. H. B. Quennel den im „Studio" 
abgebildeten Entwurf einer Raumdekoration (Abb. 60), welcher Gesimse, Architrave und andere archi- 
tektonische Gliederungen ganz vermeidet, wie dies zwar seinerzeit auch das Rokoko gethan hat, aber doch 
mit weit grösserer künstlerischer Wirkung, als dem Quennelschen Entwurfe eigen ist. Der Raum ist in 
Dreiviertel der Wandhöhe mit Holztäfelungen umzogen, deren Felder tapetenartig mit grossen stilisierten 
Pflanzenstengeln bemalt sind, an welche sich in gewissen Abständen friesartig fortgesetzte Blätter ansetzen. Die 
Rahmteile der Täfelung sollen in heller Naturfarbe des Holzes verbleiben. Das obere Drittel der Wände
        

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