Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Dekorationsformen des 19ten Jahrhunderts
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1854965
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1857215
eigenes Wohnhaus in Brüssel zwar landesüblich in Ziegeln und Haustein, aber zugleich in modern- 
romanisierenden Formen erbaut. Das Haus ist in „Art et Döcoration" abgebildet und zeigt einen 
Erker, welcher mit einem Altan abschliesst und von schmiedeeisernen Stützen überragt wird; diese tragen 
den über den Erker hinaus vorspringenden Traufrand des Daches. Eine Ladeneinrichtung in Brüssel, 
von demselben Architekten herrührend, erinnert durch die phantastische Linienführung der Holzarbeiten, 
der Thür und anderer Teile. an japanische Muster. 
Das Gebäude des Naturhistorischen Museums im Jardin des Plantes zu Paris kann nur seiner 
naturalistischen Skulpturen wegen für die neue Richtung in Anspruch genommen werden. Der von Dutert 
errichtete Bau zeigt Architekturfcrinen im Sinne der französischen Hochrenaissance; das Ungewöhnliche 
sind die Skulpturen von Fremet u. a. Es erscheinen Löweniiguren als Kapitale der Pfeiler, die 
Abb. 
zu Leight von E. 
Nach T110 Studio. 
Cottages 
und Peto. 
George 
Friese 
sind 
Muscheln 
durch 
belebt, 
abschliessenden 
Eisengitter und 
T hore 
zeigen 
naturalistische 
Pflanzenformen. 
Deutschland hat eine grosse Anzahl hervorragender, dem letzten Jahrzehnt entstammender 
Bauwerke aufzuweisen: Kirchen, Denkmäler, öffentliche und Privatgebäude, aber sie kommen an dieser 
Stelle nicht weiter in Betracht, da sie keineswegs der neuen Richtung huldigen, sondern einem ruhigen 
Fortschritt in der Entwicklung der Typen für die verschiedenen Gebiiudeklassen. Doch bildet das 
blosse Vorhandensein dieser Werke immerhin einen kritischen Einwurf gegen die Ausdehnung, welche 
„die Moderne" über ihren eigentlichen Bereich, das Kunstgewerbe, hinaus, beanspruchen möchte. Einzelne 
Bauten sind durch eine zwangslose Benutzung mehrerer historischer Stilarten nebeneinander bemerkenswert; 
zu diesen gehört das Wertheimsche Warenhaus in Berlin, von A l f r. M e ss el ausgeführt. Die Grundrissanlage 
des Hauses folgt im allgemeinen den älteren Pariser Vorbildern, indem ein Lichthof die Mitte einnimmt,
        

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